julie's haircutour secret ceremony
VÖ: 01.05.2009 // a silent place

VÖ: 01.05.2009 // a silent place
nimmt man sich "our secret ceremony" der italienischen band julie's haircut zur hand, dann sollte man sich auf eine etwas längere hörzeremonie einstellen. mit zwei cd's und einer spiellänge von fast neunzig minuten gibt es genügend material, um sich einen eindruck vom sound der seit 1994 aktiven band zu machen.
unbedingt einfach machen sie es einem aber nicht ihre songs an einem bestimmten sound festzumachen, was bei weitem kein minuspunkt ist. bei vielen der songs auf der ersten scheibe springt einem das wort psychedelisch in musikalischer form immer wieder vor's gesicht und äussert sich in teilweise langen instrumentalparts, die sich nicht selten minimalistisch anfangen, um sich dann langsam zu größerem aufbauen und zu einem wabernden, verstrickten netz von synthesizer-melodien und schwebenden gitarren umzuformen. scheu vor dissonanten tönen oder ausufernden ideen scheinen julie's haircut nicht zu haben. ebenso wenig pfeiffen sie auf standards und bescheren ihren hörern mitunter songs in überlänge wie das 12-minütige "origins". manchmal fühlt man sich gerade bei der ersten cd so, als ob man mitten in einem road movie stecken würde und julie's haircut produzieren den soundtrack dazu. auch der mit hall und anderen effekten unterlegte gesang verstärkt den psychedelischen aspekt in der musik, aber julie's haircut können auch anders, was sie uns mit der zweiten cd beweisen.
auf dieser schlagen sie weitaus ruhigere und weniger abstrakte klänge an, die eher zum piano als lauten gitarren tendieren und bis auf den letzten song "they came to me" und dem chor in "hidden channels of the mind" auch als instrumental eingespielt wurden. hier findet sich auch der zweite teil eines songs, der schon allein wegen des titels "the devil in kate moss part II: exorcism" aufmerksamkeit erregt. die grundelemente des ersten teils sind dabei erhalten geblieben, aber wirken im gegensatz zum destruktiven titel eher harmlos und seicht. die zweite cd bietet vor allem atmosphärische songs, die ohne viel getöse auskommen und etwas abwechslung bringen, was dem album, was den gesamteindruck angeht, zugute kommt. trompeten, piano und ein chor nehmen der zweiten seite des albums die strenge und führen die töne auf ein zugänglicheres gebiet für die ohren.
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