PeachesI Feel Cream
VÖ: 02.05.2009 // Beggars Group

VÖ: 02.05.2009 // Beggars Group
„Serpentine, Never Straight Line“, Serpentinen anstelle gerade Linien, Umwege sollen das vierte Album – zählt man das erste unter ihrem richtigen Namen Merrill Nisker veröffentlichte „Fancypants Hoodlum“ nicht hinzu – von Peaches einleiten, bei dem sie sich um den Ausschlag der Bergsteigsamplituden vom gerade Weg „Electro-Punk“ entfernt hat. Tatsächlich ist neben dem bereits üblichen Geschrei und Gerappe der in Berlin wohnenden Kanadierin erstmals ihr Gesang zu hören, im schon jetzt Radio-Dauerbrenner gewordenen „Talk To Me“, aber auch und viel mehr im träumerisch-indiskreten Flüstergesang, der „I don't want to lose you“ gesteht, so klar und gerade hat sie sich noch nie in Richtung Pop gewandt. Als sie es bemerkt, korrigiert sie allerdings den Weg. „Seems you got a little more than you asked for“ heißt es dann auch proklamativ im nächsten Stück, das vielleicht nach variierterer Musik gefragt hat; schon sind die Beats wieder da, zum Ende hin aufdrehend, danach Hip-Hop, Stück für Stück, wie ein Bilderbuch aneinandergereihter Sequenzen auf dem serpentiösen Weg, den Peaches mit „I Feel Cream“ eingeschlagen hat.
Startpunkt dieser Reise bildete noch der ultra-emanzipierte und laute, ehemals maskulin-besetzte Schrei nach Sex, der sich deutlich sogar in den alten Albentitel von Peaches angekündigte. Stöhnen, begleitet von Bassbrummen aber auch auf „I Feel Cream“, in „Serpentine“ das erste Mal auftauchend, findet es sich in „Trick or Treat“ als „there's nothing wrong with a little a bit „ahh-ah“ wieder, ein sexueller Rahmen ist gespannt, wie auch jede kurvenreiche Gebirgsstraße ihren Höhepunkt erreicht und damit die Kurven (der Erregung) verlässt. Was sich davor noch Lied für Lied und Bild für Bild zu einem stimmigen – aus einzelnen Lieder bestehendem – Album steigerte, entwickelt sich danach sinnstiftungsvoll in einen elektronischen Brei, auf relativ hohem Niveau zwar, jedoch nur in „Take You On“ noch einmal mit der Klasse des restlichen Albums konkurrierend.
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