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Jeniferever -  Spring Tides
 
 

Jeniferever Spring Tides

 

Jeniferever geben sich ganz schön sentimental. Die Lieder auf „Spring Tides“ sind fast alle tendentiell traurig, es geht um Einsamkeit, Verluste, Nostalgie und darum, dass früher wohl mal alles besser war. Richtig deprimierend wird’s aber nie, es geht immer wieder auch um Hoffnung und so, außerdem ist die Stimme des Sängers viel zu süßlich und die Melodien zu schön und zu eingänglich, als dass echte Trauer hier Platz hat. Die Musik dazu ist dieser schöne, schwedische Indie-Pop-Rock, den man eigentlich nur mögen kann und der einen immer wieder und wieder denken lässt, dass Schweden doch das beste Land auf der Welt sei - also auch wieder was, was gegen tiefergehende Traurigkeit spricht.

Nichtsdestotrotz ist immer eine pitoreske Melancholie im Vordergrund. Kontrastiert durch die ganze Süßlichkeit und Schönheit, wirkt die Traurigkeit dann also eigentlich gar nicht mehr so schlimm, sondern eigentlich ganz nett, irgendwie in ein anderes Licht gesetzt. Etwa so, als ob man sich aus Traurigkeit mit Bailey´s betrinkt. Richtigen Schwermut kann man so wohl vergessen.

Je länger man die „Spring Tides“ hört, desto reizvoller und vielseitiger wird diese sonderbare Stimmung zwischen Schönheit und Traurigkeit des Albums, etwa in Minute sechseinhalb des tollen, zehnminütigen Liedes „Nangilaja“ wird es mit dem Einsatz einer Trompete fast schon feierlich, später, im Lied „Lives Apart“ sphärisch, am Ende im letzten Lied „Spring Tides“ dann regelrecht erlösend optimistisch.

Dass das Album stellenweise etwas unfokussiert vor sich hinzuplättschern scheint und dass die Stimme des Sängers hin und wieder ein wenig arg dünn daherkommt, stört den Eindruck eines sehr schönen, sehr stimmungsvollen Albums aber keineswegs.

onlyaghost
 

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