Eight LegsThe Electric Kool-Aid Cuckoo Nest
vö: 22.05.2009
web: www.myspace.com/eightlegs
label: Snowhite
Schwarz-weiße Muster drehen sich und ziehen vorüber; mittendrin eingebettete Gesichter, die von ihrer Schlaflosigkeit erzählen, bis sich alles in psychedelische Farben auflöst – so wird im Video der Single „I Understand“ visuell umgesetzt, was man sich vom Albumtitel erhofft: „The Electric Kool-Aid Acid Test“ nennt sich das Buch von Tom Wolfe, in dem es um Drogenerfahrungen in fahrenden Bussen geht und das zusammen mit „One Flew Over The Cuckoo’s Nest“ von Ken Kesey, das das Leben in einer psychiatrischen Anstalt beleuchtet, den Namen dieses zweiten Albums von Eight Legs formt.
Eine Menge gelesen haben die Jungs also. Was hat sich sonst so getan seit ihrem Debut „Searching for a simple life“? Sind sie erwachsener geworden? Tatsächlich scheinen ihre Texte sagen zu wollen, dass es weitergegangen ist; in „Stay Cool“ zum Beispiel wird auf Früheres zurückgeblickt und zusammengefasst, was es brauchte, um dahin zu kommen, wo man jetzt steht. Dennoch hat sich die Philosophie nicht geändert. Die Jugend rauscht irgendwann davon, doch nicht alle sind glücklich damit, erwachsen zu werden. Es scheint, als würden sich die Eight Legs krampfhaft an dieses einfache Leben klammern wollen, das sie im ersten Album noch gesucht haben und versuchen, sich mehr in das Rotzig-Jugendliche und Unkomplizierte hineinzusteigern.
Was dabei herauskommt ist simpel wie Punk und irgendwie dreckiger als vor einem Jahr – aber ohne wirklich etwas zu bewegen. Zwar versuchen sie sich mit Streichern und Klavier und sonstigen Gimmicks an mehr Instrumentation – nur leider wirkt das alles dennoch weniger differenziert, weil es viel zu sehr zusammengematscht wird. Natürlich wissen die Briten eigentlich, wie man Melodien schreibt. „Just So You Know“ etwa ist ein schönes Beispiel dafür. Das macht es aber nur noch unverständlicher, wieso ihre Musik so viel schleppender geworden ist. Die Gitarren strahlen weniger gute Laune aus als auf dem Debut und der Gesang mit dem immer noch schönen britischen Akzent ist noch lallender geworden, während Schlagzeug und Gitarren ideenlos mittrotten; man kann es geradezu vor Augen sehen, wie sich alles mit gelangweiltem Gesicht durch den selbstproduzierten Matsch müht.
Mal kann man reinhören in die Musik, mal kann man das ganz nett finden, aber auf Albumlänge wird leider zu deutlich, wie unraffiniert und lustlos die Strukturen daherkommen und sich ins Belanglose verlaufen.
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