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simple minds - graffiti soul
 
 

simple mindsgraffiti soul

www.simpleminds.com

VÖ: 22.05.2009 // universal

 

schon immer ähnelt jim kerr einer dieser sagenhaften lichtgestalten, die auf die erde hinabgleiten, im gutmensch-modus manchmal klagen aber insgesamt allüberall für frieden und liebe sorgen. und nach einer knappen stunde unterschiedlich spannden geschehens wieder entschwinden. so war es schon zu sternenkalten „real to real cacophony“-zeiten, im „new gold dream“-rausch, „once upon a time“ und natürlich insbesondere während der „street fighting years“-ära. trotzdem waren alle bonos und peter gabriels dieses planeten immer den einen gottverdammten schritt voraus, den er und seine schotten nie richtig aufholten. gefangen in einer art zwischenwelt aus hymnen, die die welt bewegten und alben, deren versprechen nicht immer über volle länge wirklich fesseln konnten.

jetzt sind die schotten in teilweiser originalbesetzung zurück. da öffnen sich die türen aus dem dunkel, steigt kerr in helles licht getaucht die treppe aus der tiefe zur weltenbühne hinauf. und zelebriert mit „moscow underground“ einen dieser songs, der den bogen vom gestern ins heute problemlos spannen kann. eher solide wird in den darauffolgenden tracks gleich dreifach das licht am himmel besungen. im zentralen „kiss and fly“ sieht man kerrs besungene „lovers arms“ aber vergeblich nach der theatralik greifen, die seinerzeit diese ewig haltbaren tracks der vorderen achtziger auszeichneten. ihr heutiger titelsong „graffiti soul“ selbst könnte allerdings tatsächlich aus der ganz hungrigen ära der simple minds stammen. und hätte ein altmodisches fade-out so sehr mehr verdient gehabt statt solch eigenartigem gestolper. willkommen übrigens auch in der zweiten hälfte auf der stärksten strecke des albums und im elektronisch gepimpten folkrocker „blood type o“. danach legt sich wieder kühler schatten über das hochland. das ewige insgeheime album-duell gegen u2 indes haben sie dann endlich (und trotz des unterirdischen neil young-covers „rockin' in the free world“ als bonus track) doch mal gewonnen!

kel
 

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