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The Soundtrack of Our Lives - Communion
 
 

The Soundtrack of Our LivesCommunion

 

Das Cover lässt Schlimmstes befürchten. Darauf sieht man ein künstlich grinsendes Pärchen mittleren Alters, das dem Betrachter mit einem seltsamen grünlichen Getränk zuprostet. Was soll das denn bitte sein!? Werbung für eine Krankenkasse oder doch eher das Titelblatt von einer Broschüre einer Zahnklinik am Bodensee? Eine Platte mit so einem Cover kann man doch eigentlich gar nicht ernst nehmen. Und anhören möchte man sie sich erst recht nicht. Aber mal halblang! Immerhin steckt hinter der Verpackung mit dem Wellness-Bildchen das neue Album von The Soundtrack of Our Lives. Jener großartigen Band also, die seit einer halben Ewigkeit die gute alte Rockmusik gegen den Zeitgeist und kurzlebige Trends verteidigt. Also doch anhören.

Für „Communion“ haben sich die Schweden ordentlich ins Zeug gelegt und gleich 24 neue Songs aufgenommen, die auf zwei jeweils gut 45 Minuten lange CDs beziehungsweise LPs verteilt wurden. Die beiden Scheiben könnten dabei unterschiedlicher kaum sein. Auf Teil eins dominiert geradliniger, an den Siebzigern geschulter Rock, bei dem es gerne einmal auch etwas psychedelischer zugehen darf. Alleine der Opener „Babel On“ leistet sich ein mehr als zweiminütiges sphärisches Intro, ehe der Song schließlich ordentlich an Fahrt aufnimmt. Höhepunkt des ersten Dutzends ist allerdings der fulminante Stampfer „Thrill Me“, der gleichzeitig der wohl beste Song des gesamten Werks ist. Zu Beginn des zweiten Teils lassen es The Soundtrack of Our Lives zunächst etwas ruhiger angehen, bevor mit „Flipside“ und „Lost Prophets In Vain“ zwei großartige Country-Rock-Songs, von denen vor allem Letzterer stark an den späten Johnny Cash erinnert, folgen. Der etwas schwächere Rest von „Communion“ lässt dann ein wenig Platz für Balladen und Experimentelles, ehe mit dem sehr lässigen und fast schon hymnischen „The Passover“ ein weiteres Highlight den Schlusspunkt setzt.

Trotz des scheußlichen Covers sind sich The Soundtrack of Our Lives auch mit dem umfangreichen „Communion“ treu geblieben und es besteht kein Zweifel daran, dass uns die Schweden noch viele Jahre erhalten bleiben werden. Schön, dass es in unseren unruhigen Zeiten hier und da etwas Beständigkeit gibt.

christoph
 

2 Kommentare

annett am 01.05.2009

puuh, ein glück ist optik im leben nicht alles :) wäre bei der band auch schade drum gewesen!

gordon am 06.05.2009

fast so abstoßend wie das aktuelle razorlight cover, mit dem unterschied, dass tsool es (hoffentlich) ironisch meinen!

lfw to immergut

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