Killed By 9V BatteriesEscape Plans Make It Hard To Wait For Success
vö: 27.03.2009
web: www.myspace.com/killedby9vbatteries
label: Siluh Records
“Was braucht die Welt in der Wirtschaftskrise? Die Welt braucht Bands wie diese!” Zugegeben: Was die Welt am wenigsten braucht, sind solche möchtegernparolenhaft daherkommenden Einstiegsreime. Wir probieren es noch einmal: Diesmal einfach den Fernseher einschalten und über ercasteten Kurzzeitruhm staunen, bitte so lange, bis ein bestimmtes Gefühl in einem aufsteigt – Killed By 9V Batteries nennen dieses Gefühl “Neuhass”.
Was ist so neu am Hass, wird der kritisch geschulte Leser hinterfragen. Die Antwort ist banal: Gar nicht so viel, fürs Erste zumindest. “Escape Plans Make It Hard To Wait For Success” zeichnet nämlich vor allem aus, dass es nicht neu, nicht frisch, nicht trendy ist. Zeitgeist heißt der Feind, die angenommene Liste an Freunden (die man schon seit mindestens zehn Jahren kennt) wiegt das aber ohne Schwierigkeiten auf. Im Jargon des social web gesprochen: Killed By 9V Batteries und frühe Tocotronic, Dischord, Schuhguck- und Schrammelveteranen der Vergangenheit sind jetzt Freunde.
Translate Computer Language: Was damit gemeint ist, lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man diese CD einlegt, den Play-Knopf drückt und die Stimme von Wolfgang Möstl an den Boxen der Anlage kratzen lässt. Hier geht es nicht ums stadiontaugliche Image, um zielgruppengerechte Hooklines oder die Anzahl der MySpace-Kontakte. Killed By 9V Batteries sind eine Band aus dem österreichischen Dorf Weiz und machen Musik, weil sie Musik machen wollen. Darum geht’s. Whatever People Say I Am, I Am. Lass die Leute doch reden.
Was die Welt eigentlich am wenigsten braucht, sind Rezensionen für Alben wie dieses. Wir probieren es noch einmal: Diesmal einfach in den nächsten Plattenladen mit sympathischer Verkäuferin laufen und das Album mit dem langen Titel von der Band mit langem Namen kaufen. Deal?
Kommentare
am ende dieses tollen rewies weiß ich noch nichtmal was für musik sie machen o.O
nebensächlich?
Nein, auf keinen Fall "nebensächlich". Guckst du z.B. hier: "Im Jargon des social web gesprochen: Killed By 9V Batteries und frühe Tocotronic, Dischord, Schuhguck- und Schrammelveteranen der Vergangenheit sind jetzt Freunde." Aber am besten den Rat im letzten Absatz verfolgen und sich selbst ein Bild machen.
diese gitarren, elektrisch verzerrt, haben eine anziehungskraft, die nur von der energie und dem kontrollverlust übertroffen werden...pur.
habe die cd schon seit wochen und ist x-mal durch den cd-player gelaufen....und wird immer besser und ist noch genauso interessant wie beim ersten mal! und das schönst ist das sie bei uns am 25.april live zu gast sind, wo doch ihre österreichischen kollegen von ja,panik mir gesagt haben, die "batteries" sind die wohl derzeit beste österreichische live-band!
was diese an sich wunderbare seite bräuchte wären ein paar artikel/reviews mit weniger rhetorischem blendwerk.
ja und nein. mitunter "verzweifelst" du als schreiber aber schon mal an immer "gleichen" alben, wie zb dem dutzendsten singersongwriter. ich sehe dann den griff zur rhetorikkiste nicht notwendigerweise als verwerflich an. selbst wenn die ehrlichere alternative ggf wäre, das album gar nicht zu rezensieren. das will aber auch keiner. sicherlich sollten aber insgesamt schon fakten drin sein, die dem leser helfen sich zu orientieren. indes: das klappt nicht wirklich immer.
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