Arcade Fire

Arcade FireMiroir Noir (DVD)

VÖ: 27.03.2009, City Slang

Von Christoph Walter

Zuerst sind da grobkörnige, verwackelte Bilder. Dann ein buntes Leuchten. Und schließlich befinden wir uns inmitten einer Menschenmenge. Noch bevor wir genau wissen, wo wir sind, sehen wir plötzlich ein Megaphon und dann steht da – praktisch direkt neben uns – Win Butler und stimmt mit dem Rest von Arcade Fire „Wake Up“ an. Nach kurzer Zeit ein schneller Schnitt und auf einmal sind wir wieder ganz woanders. So geht es nun 70 Minuten lang, denn „Miroir Noir“ ist weder ein konventioneller Konzertmitschnitt, noch eine langweilige Tour-Doku, sondern eine künstlerisch hochwertige Collage, die Aufnahmen und Tour zu „Neon Bible“ im Schnelldurchlauf zusammenfasst.

Mit Vincent Morriset, der bereits beim interaktiven Video zu „Neon Bible“ Regie führte, und Kameramann Vincent Moon, der den legendären Auftritt im Aufzug (den es auf „Miroir Noir“ natürlich auch zu sehen gibt) für seine Blogotheque filmte, waren zwei alte Freunde von Arcade Fire für die Umsetzung des Films verantwortlich. Dadurch entsteht eine Unmittelbarkeit und Intimität, die uns Zuschauer ganz nah herankommen lässt an die Band. So gehören zum Beispiel die Szene, in der gerade ein Orchester im Studio die Streicherparts zu „Intervention“ einspielt und Régine Chassagne auf der anderen Seite der Glasscheibe fast ausflippt vor Begeisterung, oder eine andere Szene, in der die Bandmitglieder in einer kleinen Küche andächtig um einen Kassettenrekorder stehen und plötzlich anfangen mitzusingen, zu den schönsten Momenten von „Miroir Noir“. Immer wieder unterlegt werden die Bilder von Nachrichten, die Fans auf die vor der Veröffentlichung von „Neon Bible“ eingerichtete Arcade-Fire-Mailbox gesprochen haben. Wenn dann ein Anrufer eingespielt wird, der wortreich erklärt, warum er sich die Platte ganz sicher nicht kaufen wird und dass der Band soeben der beste Fan der Welt durch die Lappen gegangen ist, ist das einfach nur großartig. Trotz aller filmischer Kunstfertigkeit kommt auf „Miroir Noir“ natürlich auch der musikalische Aspekt nicht zu kurz. Neben dem aus zwei verschiedenen Aufnahmen zusammengesetzten „Intervention“ ist eine unglaubliche, beim Konzert im Pariser Olympia mitgeschnittene Live-Version von „Rebellion (Lies)“ ein absolutes Highlight.

Am Ende des Films sitzen wir mit Win Butler auf dem Rücksitz eines Autos. Er singt, ganz in sich gekehrt, „Windowsill“. Irgendwann steigt er aus. Und dann ist da wieder dieses bunte Leuchten.

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