Elektro Willi und Sohn

Elektro Willi und SohnDiamanten

VÖ: 14.04.2008, Modul 8 Music

Von Christoph Walter

Die Geschichte von Elektro Willi und seinem Sohn ist so hübsch ausgedacht, dass man ihr am liebsten einfach glauben möchte (und wer weiß - vielleicht ist sie ja am Ende gar nicht erfunden, sondern tatsächlich wahr?):

Nachdem der seit Generationen geführte Waschmaschinenladen zuletzt kaum noch Gewinn abwarf, verlegten sich Willi und sein Sohn Klaus auf die elektronische Musik. Es dauerte nicht lange, bis sich erste Erfolge einstellten und Elektro Willi und Sohn den Golden Pudel Club in Hamburg und den "Öcher Bend", den traditionellen Jahrmarkt ihrer Heimatstadt Aachen, auf dem sie nebenbei ein Fahrgeschäft betreiben, mit ihrer Musik beschallen durften. Kein Wunder also, dass das Duo mit seinem Debüt-Album "Diamanten" den internationalen Markt anpeilt, der - wie könnte es anders sein - natürlich bereits ganz wild ist auf die Platte.

Fast so abenteuerlich wie die Bandbiographie sind auch die zwölf Stücke auf "Diamanten", die teilweise so kryptische Titel wie "Alle Fitzen rein" und "Luft in den Zehen" tragen. Ihre Mischung aus Techno und Synthie-Pop unterlegen die Aachener mit Texten, die irgendwo zwischen Schwachsinn und feinstem abseitigen Humor liegen. In "Deborah" etwa wendet das Duo höchste Reimkunst an, wenn es heißt: "Lange Zeit warst du nur ein Brocken Eis / Jetzt bist du da: Deborah". Erinnerungen an die lyrischen Qualitäten von Stereo Total werden dagegen bei den Stücken "Töne in mein Haar" ("Du hast mir Töne in mein Haar geschmiert / Doch meine Kopfhaut ist rasiert / Ich bin ganz nackt, ich bin skalpiert / Du hast mich bis aufs Mark blamiert") und "Quel Bordel" wach. Ebenfalls beinahe völlig sinnfrei kommt der Text von "Autoscooter" daher: "Ohne Helm geh ich nie aus dem Haus / Im Autoscooter ein paar Runden drehn / Gradeaus, wie mir die Sinne stehn / Denn ohne Helm geh ich nie vor die Tür". In einigen ihrer Stücke ("Das Geheimnis", "Duftbüttel") verwenden Elektro Willi und Sohn Ausschnitte aus Telefonanrufen und erreichen damit beinahe ähnliche Humorsphären wie die Herren von Studio Braun.

"Diamanten" ist eine so eigenwillige Platte, dass es schier unmöglich ist, ein abschließendes Fazit zu ziehen. Auf seine höchst eigene Art und Weise ist das Album allerdings großartig.

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