scout niblettthis fool can die now
VÖ: 19.10.2007 // too pure

Unzählige Kinder müssen irgendwann einmal Blockflöte spielen. Die Eltern wollen ja wissen ob ihr Sprössling musikalisch begabt ist oder nicht. Emma Louise Niblett hat auch mit diesem Instrument begonnen und wenn man heute ihre Musik hört, möchte man nur zu gern glauben, dass sie ihrem Blockflötelehrer schon als Kind ihre ganz eigenen Tonfolgen um die Ohren gehauen hat. Viele Jahre später sagt sie über ihre Kindheit: „Kürzlich fand ich eine Arbeit, die ich als Siebenjährige für die Schule schreiben musste. Das Thema: Was wirst du sein, wenn du 30 bist. Ich habe geschrieben, dass ich Musikerin werde“ Es wird zwar nicht jeder das was er als Kind werden will, ansonsten müsste man an jeder Strassenecke Prinzessinnen und Cowboys sehen, bei „Scout Nibblet“ wurde der Wunsch jedoch Wirklichkeit. Und vielleicht hat sie es früher tatsächlich schon gewusst. Denn sie sagt auch: „Ich mache, was ich mache, weil ich muss“. Und genau dieser Zwang, der in ihrer Brust und in ihrem Bauch haust, macht aus „Scout Nibblet“ eine Musikerin durch und durch. Es ist diese Fokussierung auf das nächste Lied das schon wartet geschrieben zu werden und dass unbedingt das Licht der Welt erblicken will.
14 solcher Lieder hat „Scout Nibblet“ auf ihrem neuen Album „This Fool Can Die Now“ vereint. 14 Lieder, die von diesem Drang berichten, die unter die Haut gehen und allesamt auf Gitarre, Schlagzeug und Stimme minimiert sind. Dabei reicht der Spannungsbogen von einer zerbrechlichen Ruhe („black hearted queen“) bis zum eruptiven Ausbruch („let thine heart be warmed“). Unerstützung findet sie dabei von niemand geringem als Will Oldham, der u.a. unter dem Namen Bonnie Prince Billy verehrt wird. Zusammen mit „Scout Nibblet“ singt er zwar nur 4 Lieder, doch diese Duette sind es schon alleine Wert sich diese Cd zu kaufen. So wird man gleich im ersten Lied überwältigt von den beiden Stimmen, die die Melodie und den Text so unterschiedlich interpretieren und dennoch so perfekt harmonieren. Genauso schön und vielleicht noch ein bisschen emotionaler ist das zweiter Lied „Kiss“, in dem die beiden von zarten Streichern und einem massivem Schlagzeug begleitet werden. Ein ähnliches Schlagzeug folgt auch im ersten Stück, das „Scout Nibblet“ alleine singt. Und sie singt es nur von diesem Schlagzeug begleitet. Trotzdem vermisst man nichts und lauscht nur erstaunt wie sie sich mit dem Rhythmus kombiniert. Nach 3 Atemberaubenden Liedern, folgt das vierte sogleich. „Let Thine Heart be warmed“ besticht durch einen einfachen aber sehr effektiven Laut-Leise Kontrast inklusive jubilierendem Yeah-Refrain.
Nach nur 4 Liedern kann man bei „This Fool Can Die Now“ schon sagen, dass „Scout Nibblet“ ein fulminantes Album geschrieben hat. Der Verdacht bestätigt sich dann wenn der letzte Ton verklungen ist. Dieses Gitarrenspiel, dieses Gefühl für die Musik, diese Stimme. Hier passt einfach alles perfekt zusammen. Und wie das dann klingt bringt „Scout Nibblet“ selbst auf den Punkt, wenn sie zusammen mit Will Oldham folgende Zeile singt: „Sometimes it is peaceful, sometimes it is wild and free.“
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