like a stuntman

like a stuntmanfresh air is not the worst thing in town

VÖ: 05.05.2006, records and me

Von Michael Kugler

großes kino, mit großen stuntmännern: das hamburger label records & me veröffentlicht dieser tage das debütalbum des frankfurter vierers ‚like a stuntman', titel: ‚fresh air is not the worst thing in town' (05.05.2006/records & me/pia). bei dem ausdruck großes kino sollte man aber dennoch nicht an hollywood denken, an diese bombast-welt der reichen und schönen. nein, ‚like a stuntman' sind weit bescheidener. und mir drängt sich der verdacht auf, die vier frankfurter sind versierte protagonisten, schauspieler, mit dem hang zur perfekten inszenierung, die auf kleinbühnen oder gar im wohnzimmer zuhause ist, durchaus aber das zeug bis hin zur großen weltbühne verborgen im inneren trägt. dabei legen die schauspieler sehr viel wert darauf, ihre stunteinlagen selbst durchzuführen, und so wird man hier eben ‚wie ein stuntman'!

‚fresh air is not the worst thing in town' wurde bereits 2005 in england veröffentlicht, denn die insel war wieder mal schneller und hat noch vor dem heimatland der band ihre große klasse erkannt, so dass das londoner label highpoint lowlife das album veröffentlichte. lieber später als nie, und so kommt auch die deutsche musiklandschaft in den genuss dieses schönen machwerkes. dieses halte ich nun, für deutschland eingekleidet in ein neues cover und um zwei bonustracks bereichert, in meinen händen und lausche verwundert der klangwelt der stuntmänner, die sich irgendwo zwischen lofi-beats und elektro-noise-pop bewegt. die wohnzimmer-attitude ist stets allgegenwärtig, aber auch der drang sich raus in die große weite welt zu wagen, in die stadt, in den park, dort wo man frische luft schnappen geht, dort wo man sich trifft und scheinbar alltägliche dinge neu beleuchtet, so dass sie als etwas besonderes erstrahlen, dort wo die inszenierung ihren höhepunkt erreicht, und man mitten im leben auch nicht davor zurückschreckt, sich auf den ein oder anderen gefährlichen stunt einzulassen. sehr mutig, diese jungen herren aus frankfurt/main.

zum glück, denn durch deren mut wird niemand anderes belohnt als der hörer dieses albums, bei dessen beschreibung mir die adjektive ausgehen, weil es großartig und deshalb mir unbeschreiblich ist. doch so viel steht jedenfalls fest: dieses debüt kommt strotzend vor popappeal daher. popappeal der großen sorte, der aber weit weg vom mainstream sich bewegt und lieber verpackt ist in lofi-sounds galore, die sich in meinen gehörgängen darum streiten, wer jetzt wohl besser klingen mag: sind es die schönen elektronik-gefrickel- bzw. melodie-architekturen, die verschrobene und arschgeile gitarre, oder doch hier und da wieder der verhaltene, aber genau richtig auf den punkt gebrachte klang des schlagwerkes.

in der summe jedenfalls klingt das ganze dann einfach nur zu gut und bereitet freude und laune. an so einem schönen tag wie heute gehe ich mit dieser musik im kopf noch lieber aus dem hause, darf dann träumen, darf dann den alltag neu erfinden, und, wohl am wichtigsten, mich auf diverse unkonventionelle stunts einlassen.

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