pelle carlberg

pelle carlbergeverything. now!

VÖ: 27.03.2006, labrador

Von Michael Kugler

wenn man stolzer inhaber eines festnetzanschlusses ist, dann bekommt man in heutigen zeiten des öfteren anrufe von menschen, die man nicht kennt. menschen, die für jemanden arbeiten und einem am telefon irgendetwas verkaufen möchten. normalerweise braucht man die dinge nicht, die einem in solch situation offeriert werden, und man ist eher genervt von diesem störenden anruf mitten am tage. ich mache dann folgendes: da diese menschen am telefon ‚nur' ihrer arbeit nach gehen um das leidige geld zu verdienen, dass sie für essen, leben und evtl. den ein oder anderen luxusartikel brauchen oder nicht brauchen, gebe ich mich nicht verärgert über die störung ihrerseits, sondern sage einfach ganz freundlich: ‚nein danke, ihr angebot ist für mich nicht interessant. einen schönen tag noch.' und dann lege ich auf.

‚pelle carlberg', ein schwedischer singer-/songwriter macht das zumindest auf seinem album ‚everything. now!' anders: im song ‚telemarketing beschreibt er eingangs dargestellte situation und singt dazu: don't sell me things that i don't need, don't make me buy your scheme'. und weiter in der nächsten zeile sagt pelle, dass er nicht nein zu einer menschlichen stimme sagen könne. ‚no! no! no!' beim besten willen, ich kann dem schweden das einfach nicht abnehmen, auch wenn ich mich noch so sehr darum bemühe. oder verkenne ich einfach den dargebrachten versuch die welt mittels fernmelder zu verbessern?

mag sein. aber egal ob carlberg mit seiner ruhigen und scheinbar traurigen popmusik mit starken hang zum singer-/songwritertum, die sich teils schon an der grenze zum country-/folk-pop bewegt, die telefondamen bekehren möchte, oder eine kritikerin namens miss rydell in dem song ‚go to hell miss rydell' zur hölle wünscht, weil sie eine schlechte kritik über ihn geschrieben hat, oder er in ‚summer of 69' davon schwärmt, er wäre glücklicher als jetzt gewesen als er sich anno 1969 noch im bauch seiner mutter befand. das jammern mit weltverbesserungsgelüsten erscheint mir stets naiv, nicht melancholisch, sondern theatralisch. hier ist - so kommt es mir vor - jemand am werk, der die welt gerne durch eine blumenbrille sehen möchte, damit scheitert, und sich wundert, wieso nicht alles so schön bunt ist. und damit - glaube ich - kann man weder die welt verändern, noch sonst etwas.

prinzipiell ist musik ja nur zu oft mit jammern verbunden. und das aus gutem grunde. gibt es ja nur zu viele dinge, über die manch einer gerne und zu recht und zutreffend jammert. aber bei ‚pelle carlberg' geht es einfach daran vorbei.

ich möchte diesem herren jetzt keinesfalls sein recht absprechen, sich über die dinge zu beklagen, über die er sich eben gerne beklagen möchte. aber meinen nerv trifft er dabei sicher nicht. ich hoffe, ich muss deswegen jetzt nicht in die hölle.

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