Múm

MúmEarly Birds

VÖ: 01.06.2012, morr music

Von Säm Wagner

Irgendwann vor ein paar Jahren legte ein Münchner DJ in einer kleinen Regensburger Bar Indie-Pop-Platten auf. Der DJ hatte sich aber just am Vorabend frisch verliebt und wollte schleunigst zurück in die Landeshauptstadt, um das frische Pflänzchen der Liebe weiter gedeihen zu lassen. Er hatte davon gehört, dass ich schon Mal Musik in einer Bar aufgelegt hatte, also gab er mir auf dem Weg hinaus noch kurz zu verstehen, dass ich die weitere Nacht den DJ-Pult übernehmen könnte. Eine Antwort wartete er gar nicht ab, da quietschten draußen schon die Reifen seines Autos und die Rücklichter verschwanden gen Autobahn nach München.

Ich hatte an diesem Abend zufällig genau zwei CDs in meiner Jacketttasche – „Falling into Komeit“ von Robert Lippok und „Finally we are no one“ von der isländischen Band Múm. An Tanzen war an dem Abend (vor allem bezüglich meiner arg eingeschränkten musikalischen Möglichkeiten) nicht mehr zu denken. Stattdessen hockte man mit glücklichen Gesichtern andächtig vor Biergläsern und lauschte stumm den zauberhaften und sanften Sound-Spielereien von Múm und Robert Lippok und den. Der improvisierte DJ-Set funktionierte.

Zwei Jahre später sah ich Múm in ihrer Heimatstadt Reykjavik live. Inzwischen wandelten sie von sphärischen Ambient-Klängen hin zum Folk, mischten beides und passten wunderbar in die zauberhafte isländische Popwelt. Mal waren sie introvertiert wie Sigur Rós, dann wurden sie bisweilen extrovertiert wie Björk. Die Melancholie haben sie in ihren Klanggebilden dabei immer in den Vordergrund gestellt.
Nach fünf Studioalben und ein paar Compilations und Projekten (unter anderem die Vertonung des Stummfilmklassikers „Panzerkreuzer Potemkin“) öffnen die Isländer ihre Schatzschatulle und veröffentlichen auf „Early Birds“ 15 Frühwerke, Demos und Vinylraritäten aus der Zeit um 1998. Darauf geben sie sich verspielt, neugierig, überdreht und wundervoll kindisch. Das klingt manchmal wie der wildgewordene Inhalt einer Spielzeugtruhe und manchmal wie Mouse on Mars auf einer Überdosis Wassereis. Immer wieder gibt es neue Ideen, Spinnereien und Sperenzchen zu entdecken. Mit Melancholie hatten Múm zu dieser Zeit da gar nicht viel zu tun. Und der Schwerpunkt lag deutlich mehr auf der ex- als auf der introvertierten Seite der Band. Mit den leisen Electro-Experimenten von der DJ-Nacht in der Regensburger Kneipe hat das nichts zu tun. Aber das nur am Rande.

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