Mancherlei Sensationen haben bereits vor dem eigentlichen Eintreffen ihre eigene Halbwertszeit deutlich überlebt. So auch der feierliche Zusammenrauf unserer beiden Elektro-Freunde hier. Doch Friede, Freude und digitaler Eierkuchen sollen freilich in meist strikt voneinander getrennten Universen stattgefunden haben. Wozu gibt es denn Dropboxen und ähnliche Werkzeuge. Den Endkunden dieses Beat-Schmiede-Produktes dürfte es ohnehin ziemlich ähnlich kalt lassen, wie halt auch die zehn Tracks auf „Ssss“ den Tanzboden mit eher eisigen Strukturen überziehen. Zumindest Gesetz den Fall, man verleibt sich das überraschungsarme Werk in den eigenen vier Wänden ein.
Anders mag „Ssss“ im Club wirken. Ohne den Anspruch zu besitzen, irgendwelche Standards setzen zu wollen, wiederholen Clarke/Gore in stoischer Einigkeit die sture Geradeaus-Regel, scheren sich einen digitalen Dreck um Worte und setzen schließlich unvermittelt oder beliebig den jeweiligen Endpunkt. Dass „Spock“ an dritter Stelle die Erasure/Yazoo/DM-Vergangenheit gar bis auf Yello-Niveau hinüberbeugt, die Genialität der Schweizer dann aber doch verfehlt, ist nicht zwingend ein Makel. Hebt „Ssss“ aber eben nicht auf den Thron, dessen Besteigung im vergangenen Jahr auf dem Mute Festival in London hätte beginnen können. So begegnen sich Techno, Eurotrash, Achtziger und Vergangenheitsverklärung in kleinen Häppchen ohne ein wirklich großes Ganzes zu ergeben. Was bitteschön immer noch jammern auf ziemlich okayem Niveau bedeutet.


















