Endlich wieder ein Album für all die Jugendlichen, die schon in den 90ern Jugendliche waren und jüngst von den neuen Platten von Nada Surf (weil so schön wie eh und je) und John K Samson (weil Weakerthans und so) in kollektive Verzückung versetzt worden waren! Auch Gary kümmern sich auf „Hey Turtle, Stop Running!“ nicht die Bohne um kurzlebige Moden und dem Zeitgeist geschuldete Geschmacksverirrungen, sondern huldigen stattdessen lieber ihren alten Helden von Dinosaur Jr. bis Teenage Fanclub.
Nach dem ungewohnten, von Astrid Noventa (die später auch bei „Four Letter Words“ die Führung übernehmen darf) gesungenen Opener „Little Ghosts“ schlagen Robert Stadlober und Co. schnell den von „The Lonely Cnorve Machine“ und „One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji“ bekannten Pfad ein und entzücken mit wunderbar rumpeligem Indie-Rock. Schon „Epitaph“, der zweite Song des Albums, ist eine große Ode an das Slackertum und erteilt stromlinienförmigen Lebensläufen und jedweder Selbstoptimierung eine deutliche Absage, wenn es da heißt: „This is our future going up in flames / Saying goodbye to all our big aims“.
Später folgen mit „Mazunte“, „Bill Ayers Torn Pamphlet For The Children Of The Revolution“ und der Single „Love Is Love“ weitere Lieblingslieder, bevor sich „Hey Turtle, Stop Running!“ mit der auf einem Pavement-Konzert („support is Sebadoh“) spielenden Lovestory „You, Lou And Stephen Ca. 1995“ zu einem finalen Höhepunkt aufschwingt. Nichts an dieser Platte mag spektakulär oder gar innovativ sein, aber genau darin liegt ihre große Stärke: Sie holt die Jugendlichen um die Dreißig genau da ab, wo sie gerade sind und bringt sie zumindest für eine kurze Weile zurück in die gute alte Zeit.


















