MohnaThe Idea Of It
VÖ: 17.02.2012 // Sunday Service

Ein „Teaser“ ist etwas recht Doppeldeutiges. Einerseits zeugt es von Selbstbewusstsein, mit ihm nach Aufmerksamkeit zu haschen, andererseits tut er dies auf reizende, ja quälende Weise: Er lockt und er fordert heraus. Und so heißt es im gleichnamigen Stück: „There's a need, a need to see you. A goog treat, but no good teaser. Haven't been my highest fever. Pulling out the tenderizer, kind of boring, but seems wiser. Not to cheat the own desire. You haven't brought me luck. Don't you dare, dare youself. Won't be good for your health.“ Eine moderne Fassung von Penthesilea, die sich an Achill rächt? Nun, vor allem eine selbstbewusste Mohna, die sich auf ihrem zweiten Solo-Album mit Verkennung, Zweisamkeit und einer Trennung auseinandersetzt. Das sind nicht nur Themen eines 200 Jahre alten Dramas, das ist auch der Stoff sehr intimer Gedanken, die sie in den elf neuen Stücken entfaltet.
„The Idea of it“ heißt der Nachfolger von „1984-1995“, in dem Mona Steinwidder noch ihre mit dem Titel zitierten ersten zehn Lebensjahre vertonte. Bewahrt hat sie sich seit der Zeit die schöne Eigensinnigkeit ihres zarten Gesanges und des Instrumentariums. Autodidaktisch hatte sie damals gerade erst zum Klavier gefunden, nun zieht sie ganz bewusst die Home-Recording-Ästhetik Aufnahmen auf einem Steinway-Flügel vor. Minimal bleibt so das musikalische Gerüst, und lässt wieder Platz für das Glockenspiel und leises Klopfen gegen das Mikrofon. Gleichzeitig spannen sich viel komplexere, wunderbare Melodien durch die vertraute Atmosphäre. Das ist das Echo des angekündigten gewachsenen Selbstbewusstseins.
Auch wenn sie mit ihrer Single „To Do“ thematisch noch an ihr Debüt anschließt, wird, vor allem wenn man sich das Video ansieht, sehr schnell deutlich, was geschehen ist. Darin sieht man Mohna eine Weile dabei zu, wie sie scheinbar in unschlüssigen Bewegungen Dinge auftürmt und dazu ihren Text singt. Plötzlich fällt es einem dann auf, dass alles rückwärts abgespielt ist – der Text also auch rückwärts eingesungen wurde. So kommt die Trauerstimmung des Endes an den Anfang, die eigentlich anfängliche Gleichgültigkeit an den Schluss: Subtiler lässt sich die Überwindung eines Verlustes nicht ausdrücken. Gleichzeitig wird der Wunsch, die Zeit zurück zu drehen laut, vielleicht um Dinge anders zu tun.
„The Idea of it“ ist aber nicht nur das Spiel mit Möglichkeiten. „Es geht über eine Träumerei hinaus, und geht fast zu einer Besessenheit [über]“ sagt sie in einem Interview. Das ist die erwähnte neue Leidenschaft. Mohna, die auch bei der Hamburger Band Me Succeeds spielt, hat ihr Solo-Projekt ganz bewundernswert weiterentwickelt.
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