SkrillexBangarang (EP)
VÖ: 27.01.2012 // Warner

VÖ: 27.01.2012 // Warner
skrillex' dritte ep 'bangarang' gleicht der büchse der pandora. bereits in den ersten sekunden widerfährt dem geneigten hörer exakt das, was er von sonny moore erwartet und fürchtet. keinen schritt entfernt von seinem bisherigen schaffen beginnt er 'bangarang' mit einem dubstep-drop nach bereits 27 sekunden. wüsste man es nicht besser, müsste man wohl denken, es mit einer persiflage elektronischer musik und ihrer absurden steigerungsmomente zu tun zu haben.
nicht aber bei skrillex, der allzugerne auf dem restmüll vergangener dekaden nach verwertbarem sucht. abgefedert werden seine wobble-bass-infernos wahlweise mit euro-trash refrains ('right in') oder hyperaktiv zusammengeschnitten, mittelmäßigen raps ('bangarang'), um ein gewisses poppiges moment zu behalten. wo für gewöhnlich songs oder stücke linear verlaufen oder sich entwickeln, hangelt sich moores musik eigemtlich nur von steigerung und drop zu steigerung und drop, sodass man an der berechtigung der verbindenden refrains und gesänge zu zweifeln beginnt.
'the devil's den' schießt dann in minute drei mit einem 90er kirmes-synthesizer den vogel ab - so viel geschmacklosigkeit auf einem haufen hat man noch nicht erlebt. man traut sich fast nicht, die acht stücke ernst zu nehmen. bei all dem überbordenden blöd- und stumpfsinn wäre es naiv davon auszugehen, dass da jemand mit herz und seele hinter diesen produktionen steht. einziger lichtblick ist da wohl moores selbstironie: in 'breakn' a sweat' verkündet eine stimme 'right, this is a breakdown', nur um darauf keinen folgen zu lassen. sehr humorvoll – der drop folgt dann trotzdem kurz darauf.
auch wenn beide nicht zu den pionieren des dubstep gehören, so sind doch james blake und skrillex vorzeigefiguren. blake äußerte sich letztens negativ über seinen kollegen, dass er den geist des genres vollkommen verrate. dem ist nichts hinzuzufügen. falls man skrillex überhaupt ernst nehmen möchte. sinnig wäre es nicht.
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