Die AeronautenToo Big To Fail
VÖ: 03.02.2012 // Rookie Records

VÖ: 03.02.2012 // Rookie Records
Popsongs zwischen Pathos, Übermut, Aufmunterung und hilfloser Resignation waren schon immer die Stärke der Aeronauten aus der Schweiz. „Ich möchte lieber eine Freundin“, „Ich wollt‘ ich wär‘ tot, Bettina“, „‘Schuldigung ich glaub, mir fällt nichts mehr ein“ und die wunderbar vorausschauende Bekenntnis „Mit dem Alter fängt man an sich für Countrymusik zu interessieren“ spendeten dem Aeronauten-Hörer Trost, richteten auf und sagten: „Du bist nicht allein“. Doch das ist lange her, seitdem floss sehr viel Wasser den Rhein hinunter. Sänger Olifr M. Guz, seine verrauchten Stimmbänder, die Aeronauten-Bläser und -Gitarren waren ein wenig in Vergessenheit geraten, die letzten beiden Alben „Hier“ und „Hallo Leidenschaft“ wurden höflich wahrgenommen, die Durchschlagskraft von Klassikern wie „Jetzt Musik“ oder „Honolulu“ besaßen sie aber leider lange nicht mehr.Längst hat sich der Mob auf neuere, jüngere, am Ende gar modernere Bands gestürzt. Doch egal, die Aeronauten sind „too big too fail“. Das behaupten sie zumindest von sich selbst und knallten der Plattenfirma zum 20-jährigen Bandjubiläum mal eben ein Doppelalbum auf den Tisch. Ein Novum: Zum einen gibt es einen regulären Teil, der gewohnt solide Aeronauten-Schlager im Northern-Soul-Gewand in die –verzeiht den Begriff- Hamburger Schule gehen lässt (Höhepunkt: der grantige Refrain„Ich bin neidisch auf IQ39“). Dazu kommt eine zweite CD, auf der die Schweizer rein instrumental ein Kopfkino einrichten - wenn man so will: ein tanzbarer Soundtrack ohne Film.
Immer, wenn man glaubt, auch ohne die Aeronauten zu leben, kommen sie mit neuer Musik zurück und zeigen uns: Sie sind für uns da. Sie leiden mit, sie wundern sich auch. Und: Es gibt keine Hoffnung. Aber man kann tanzen.
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ina am 03.02.2012 um 12:12 UHR
wie kommst du darauf, dass vierkanttretlager sich in ihrer heimat unwohl fühlen? den eindruck habe ich absolut nicht. das album strotzt geradezu vor kleinen musikalischen, textlichen, optischen verneigungen. 'zwischen den zeilen', wenn man genau hinhört, hinsieht, hinguckt...obowhl, eigentlich ist es ja sehr offensichtlich.
und steht das wort 'deutschrock' nicht eigentlich längst auf dem index?? igitt. furchtbar. husum, verdammt! heute abend. ich freu mich!