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Nada Surf - The Stars Are Indifferent to Astronomy
 
 

Nada SurfThe Stars Are Indifferent to Astronomy

www.nadasurf.com

VÖ: 27.01.2012 // City Slang

 

wer sagt denn, dass man als musiker im mittleren alter schon einen blick auf das rock-altersheim werfen muss? eben, und darum denken nada surf, die darlings der indie-rock-szene, noch lange nicht daran sich zur ruhe zur setzen oder gar wehmütig über das älterwerden zu sinnieren. in der mitte ihres lebens angekommen, macht sich statt der drohenden midlife-crisis der spürbare drang breit verstärkt auf den putz zu hauen. mit diesem gefühl in den kribbelnden fingern machte sich das new yorker trio auf mit studioalbum nummer sieben den spannungsbogen noch einmal gewaltig zu dehnen und sich vom energischen charakter ihrer live-shows inspirieren zu lassen. statt endloser studio-sessions begrenzte die band die aufnahmen auf ein minimum und gab sich der natürlichen weiterentwicklung ihres live-sounds hin.

dabei stürzten sich die bandmitglieder jedoch keinesfalls naiv in die arbeit zum neuen album oder übten sich allzu sehr im übermut. die neuen songs mögen teilweise etwas forsch und direkt erscheinen, sie brausen allerdings noch lange nicht ungehalten an einem vorbei. nach wie vor besticht auch der inhalt auf "the stars are indifferent to astronomy" durch eine vielzahl von hooks, die alles andere als willkürlich erscheinen und den hörer in windeseile in den nada-surf-kosmos hineinziehen. die bei der band so oft zurecht hochgelobte melodiösität ist auch auf den neuen songs der unumstößliche pfeiler, der nach all den jahren stets ohne kratzer geblieben ist und tiefe wurzeln geschlagen hat. dass nada surf das fortgeschrittene alter nicht im geringsten etwas anhaben kann, beweist die band gleich mit dem äusserst dynamischen "clear eye clouded mind", dessen markantester wesenszug der ist, dass der song ohne umwege direkt auf den punkt kommt. eine tatsache, die auch bei den folgenden songs immer wieder spürbar ist.

das jahr 2012 in der bandgeschichte bedeutet zweifelsohne, dass sich draufgängertum und intimität nicht im geringsten ausschließen müssen. nada surf gelingt es beides miteinander zu vereinen, ohne dass das gesamtbild risse bekommt. eine zweite gitarre musste her, um den spieldrang der band zu befriedigen, der von sorglosigkeit und spontanität geprägt war. das jungenhafte element setzte sich am ende durch und zeichnet ein bild einer band, die sich zwar der vergangenen zeit bewusst ist, aber sich dennoch eine große spur elan bewahrt hat. wie singt matthew caws so schön "it's never too late for teenage dreams" (teenage dreams) und man nimmt es jedem einzelnen von ihnen ab. dieser optimismus tönt geradezu aus jeder ecke des albums und kommt dann doch einmal ein lyrischer hauch von melancholie auf, den der geneigte fan natürlich nicht missen möchte, dann wird er im nächsten moment von trompeten weggeblasen ("let the fight do the fighting") oder von den lebendigen gitarren ("looking through") eines besseren belehrt. dafür, dass das album thematisch doch einen großen blick zurückwirft, klingt es beachtlich modern und ist weit davon entfernt sich zum alten eisen zu gesellen. kein wunder also, dass nada surf mit dem letzten song der platte "the future" einen ausblick in richtung zukunft wagen. angesichts dieses albums können wir das ebenso beruhigt tun.

annett
 

Ein Kommentar

oliver am 27.01.2012 um 11:47 UHR

when i was young flasht mich auch. ob der rest der platte meine "Let go" erinnerung wiederbeleben kann, muss ich noch herausfinden.

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