James McCartneyThe Complete EP Collection
VÖ: 27.01.2012 // Engine Company Records

VÖ: 27.01.2012 // Engine Company Records
"I love you dad, I always will!" röhrt eine stimme und verzieht die tonlage mitten im wort auf eine weise, wie das nur die beatles dürfen. oder eben deren nachfahren. nicht um "hey jude"–jules handelt es sich, sondern – wenn man so will – um "den anderen". james mccartney stellt auf seiner ersten physikalischen veröffentlichung, einem hübsch aufgemachten 2x8 song doppelalbum, musikalisch zeitgemäße (tracks wie "else and else but dead", "glisten") kompilation vor. man könnte nun alte zeiten heraufbeschwören, einen vergleich wagen, sich die frage stellen, ob john, paul, george und ringo wohl auch heute noch von einem underdog-label aus die weltweite musikkultur zu überstrahlen gewusst hätten und – lebten sie in dieser heutigen DIY-zeit – errangen sie sich dennoch eine unsterbliche rolle in der musikgeschichte?
doch der fänger im roggen wird heute (leider) kaum noch gelesen, john und george weilen leider nicht mehr unter uns, gönnen wir also paul seinen verdienten ruhestand und sohn james ein paar 1000W-spotlichter, damit der schatten seines vaters nicht all zu schwer auf ihm lastet. teile der vorliegenden zusammenstellung wurden in form von zwei digital-only eps ("available light" und "close at hand") veröffentlicht, welche nun den grundstock der jeweiligen a- und b-seite bilden. abgerundet wird "the complete ep collection" von fünf unveröffentlichten bonus-tracks.
"there is only one thing to do with high expectations, and that is meet them" sagt mccartney. und um es kurz und einfach auszudrücken: beide seiten dieser doppel-cd sind toll. tracks wie "i only want to be alone" strotzen vor emotionaler tiefe, mit herkömmlichen mitteln (a.k.a. e-gitarren) werden klangteppiche erzeugt, der available-light-opener "angel" wurde vom rolling stone bereits als "light and cheerful pop track" gelobt. in "denial" wird auch einmal geschrien und die starke verletzlichkeit von "wings of a lightest weight" drückt mccartneys liebe zu seiner mutter aus ("watching you fly away / whilst your wings of a lightest weight / carry you back through the heat of the wind / carry you back to me").
wer das album trotzdem zunächst einmal wegen heimischen und heimlichen vater-sohn-vergleichsstudien kauft: witzigerweise klingt james genau auf einem (tollen) track namens "the sound of my voice" paul am ähnlichsten. oder auf "wings of a lightest weight". und der vollständigkeit halber: neben david kahne (sublime, the strokes, the bangles) steht ein gewisser paul mccartney auch auf der produzentenliste der scheibe.
die letzte frage stellt sich mir: wo wird solche musik eigentlich aufgenommen? nun, neben berüchtigten orten wie avatar, seesquared und hog hill mill studios wurde natürlich auch abbey road wieder gebucht.
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