Birds of PassageWinter Lady
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VÖ: 17.12.2011 // Denovali Records

Das Cover lässt nichts gutes ahnen: Ein mit weicher Bleistiftmine gezeichnetes Mädchen im wallenden Nachthemd, mit wehenden Haaren, einem schwarzer Blutfleck auf ihrem Bauch, irgendwo im grauen Wald an eine Bettpfosten gefesselt. Eine Ästhetik die irgendwo im pubertären Niemandsland zwischen Gothic, Emo, Manga, Evanescence und den Twilight-Filmen entstanden ist.
Erfreulicherweise ist "Winter Lady" nicht das Album, das das Cover erwarten lässt – aber es scheint auch schwer, irgendein anderes, passenderes Cover zu finden. Birds of Passage, keine Band, sondern nur eine Frau namens Alicia Merz, macht Musik, die unmöglich irgendeiner Stilrichtung zuzuordnen ist. Alicia flüstert überaus vorsichtig zu extrem leisen Geräuschen – und das ist eigentlich schon alles. Mit minimalstem Einsatz erzeugt sie eine nebulöse, kalte und geisterhafte Stimmung. Körper-, schwere- und konturlos liegt Alicias Stimme in den fragilen Liedern, die durch jede falsche Bewegung zerbrechen oder verschwinden können. Alicia singt über Tod und Traurigkeit, verflossene Liebe und Sehnsucht, haucht hingebungsvoll, leidenschaftlich und leidend, dabei scheint jede winzige Geste und jede noch so kleine Regung in ihrer Stimme perfekt abgestimmt zu sein.
In all seiner zerbrechlichen Schönheit hat "Winter Queen" aber einige Längen. Oftmals entwickeln sich die Melodien und die Harmonien in den Liedern extrem langsam, vieles klingt sehr ähnlich und hin und wieder ist das transzendente Gesäusel, das auch noch von langen, damatischen Pausen durchzogen ist, in denen gar nichts passiert, quälend gezogen. Echte Ausbrüche oder Höhepunkte gibt es auch nicht, woduch das Album streckenweise sehr schwer zugänglich ist. Nähert man sich diesem Album aber mit der nötigen Geduld und Hingabe und sieht man über das schreckliche Cover hinweg, hat man es mit einem der beeindruckendsten und fesselndsten Alben des Jahres zu tun.
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