King The FuCity Trees
VÖ: 25.11.2011 // Schaf Records

mit king the fu schickt sich eine junge band an, augsburgs poperbe an sich zu reißen. wir erinnern uns: anajo, nova international und roman fischer fluteten anfang der nuller-jahre die deutsche poplandschaft mit zuckersüßen melodien – nun sind king the fu dran. die vier herren spielen indierock, wie er zur zeit keinen leichten stand hat: mehr denn je steht der dancefloor im fokus, die vermählung mit elektronischer musik in klang und aufbau ist mehr pflicht als je zuvor. two door cinema club (…) und konsorten haben aus dem eigentlichen 'stück' einen 'track' gemacht, aus musik zum hören das funktionale äquivalent. wie geht es da weiter?
king the fu kennen die antwort. sie entwenden dem post-punk das händchen für nervös zuckendes schlagzeug und der gegenwart die vorliebe für dynamik, drive und synthesizer. 'footsteps' groovt sich schnell ins ohr, schwillt an und ab, packt und reißt mit, vermittelt dringlichkeit. dringlichkeit? nur die alte hamburger schule kennt doch diesen begriff? falsch gedacht. während die crux des modernen indie meistens in seiner beliebigkeit und selbstzufriedenheit liegt, führen king the fu wieder das sehnen und drängen ein. 'city trees' vermittelt dem hörer ein eilen und voranstürmen, wie man es seit bloc partys 'silent alarm' vermisst hat. die vier herren meinen es wirklich ernst und machen sich gedanken, die röhrenjeans ist hier nicht nur szenecode und statussymbol. 'the show' ist eine hinreißende single, die sich auch zu schiefen tönen hinreißen lässt, eine großartige strophe wird von einem noch großartigeren refrain gefolgt, zu dem man die arme in die luft reißen möchte. 'rocket 1 & 2' und 'summer rains' leiten den ruhigeren mittelteil der platte ein, der mit dem mut zur leerstelle kurz verweilen und nachsinnen lässt, woher denn diese musikalität kommt. die antwort ist ganz klar gregor rudat – abgesehen von der gitarrenarbeit führt er mit seiner angenehmen stimme die songs sanft an und präsentiert gefühlvoll seine eleganten melodien. hier wurde nicht das bandgerüst komponiert und eine gesangsmelodie daraufgelegt, hier geht beides hand in hand, umspielt sich, wirft sich den ball zu. daraus ergeben sich frische harmonien mit dem mut zu neuem und genug überraschungspotential.
einzig eine bessere produktion hätte man sich wünschen können, manchmal gerät die tightness ein bisschen in gefahr oder verliert der schlagzeugsound an punch. all das resultiert aber in ein mehr an authentizität, was die größte stärke der augsburger ist. die zukunft könnte großes bringen.
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