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Bill Wells - Lemondale
 
 

Bill WellsLemondale

 

"i had a dream about an imaginary japanese soap opera called lemondale" – mit diesem satz macht das album auf einmal sinn. ohne ihn bin ich mir nicht ganz sicher, aber an sich gibt's gegen konzeptalben nichts einzuwenden. bill wells ist ein guter jazz-musiker mit einem hang zur indiemusik, er geht nach japan und bucht ein studio für viele menschen, die passen irgendwie nicht gleichzeitig rein und er arbeitet dann doch mit weniger menschen zusammen. man nimmt mehrere takes von jedem song auf, es gibt allerdings keine zeit für playbacks. also entsteht ziemlich viel rohmaterial, eine heidenarbeit in der postproduktion. und es entsteht ein schönes potpourri an klängen und rauschenden störgeräuschen in der linken hinteren ecke.

nun aber zur japanischen soap-opera: wells und kumpanen gelingt die hochzeit aus anständiger, handfester und etwas tiefgehender musik mit dem kitsch einer seifenoper. tänzelnde gesänge in "harvest bag", ziehharmoniken z.b. in "mizu tori kudo" und abgefahrene geräuschkulissen im outro von "piano rolls" symbolisieren das sich-selbst-nicht-zu-ernst-nehmen einer fernsehserie.

im song für den abspann "lemondale" wird es dann etwas zu viel, aber wenn man so weit gekommen ist, kann man auch getrost eine andere cd einlegen.

karl
 

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