Buraka Som SistemaKomba
VÖ: 04.11.2011 // Enchufada

VÖ: 04.11.2011 // Enchufada
In den späten achtziger Jahren begannen afrikanische Produzenten im musikalischen Underground des postkolonialen Angola karibische Beats und afrikanische Percussion mit Elementen der westlichen Clubmusik zu mixen und schufen damit den Kuduro, einen extrem rhythmischen, harten und treibenden Musikstil, der am besten unter elektrisierter Körperspannung, oder frei übersetzt mit „hartem Arsch“ getanzt wird. Den alten kolonialen Seilschaften sei dank, erlebte ein elektronischer Klon dieses Tanzstils vor ein paar Jahren sein Revival im ehemaligen Kolonialmutterland Portugal.
Besonders die Electrokombo Buraka Som Sistema war mit ihrer eigenen Interpretation des Kuduros auf ihrem Debütalbum „Black Diamond“ neben MIA eine der Speerspitzen des frischen Afrikabooms, der die uncoole Weltmusik für den Club aufbereitete. Jetzt liegt das zweite Album „Komba“ vor. Neben dem typischen Kuduro Sound verfügt das zweite Album der Portugiesen über eine deutlich größere Bandbreite. Zwar sind die ganz großen Gastkünstler wie MIA oder Diplo, die bei Tonträger Nummer Eins noch dabei waren, vergeblich zu finden, dafür weben Buraka Som Sistema alle möglichen tanzbaren urbanen Einflüsse aus Afrika und Lateinamerika in ihren Sound ein und kommen somit um einiges vielschichtiger daher. Doch manchmal ist weniger auch leider mehr. Geht bei einigen der zwölf elektronischen „Partykracher“ das transkulturelle Konzept zumindest noch teilweise auf, so ist bei den meisten Liedern leider die musikalische Harmonie auf Kosten der Hybridität geopfert worden. Der Versuch traditionelle afrikanische Sounds mit europäischen Technobeats zu verbinden gelingt Buraka Som Sistema auf ihrem Nachfolger somit nur ansatzweise und die unnütze Agglomeration von nervigen Shouts, teilweise stumpfen Partyraps und Konserven-Beats lassen das Stresslevel beim Hören schnell ansteigen und hinterlassen einen durch und durch unrunden Eindruck. Hoffentlich funktioniert dieses Konzept von Buraka Som Sistema wenigstens im Club.
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