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Schwarz - Espíritus del desierto, yo os invoco
 
 

SchwarzEspíritus del desierto, yo os invoco

 

Käferhorden kämpfen mit Ameisenschwärmen, Roboter fliegen in psychedelischer Glückseligkeit durch den Weltraum, Wellenberge brechen zusammen. Ein Tag ohne Schatten, ein weißes Rauschen, Weltuntergangsstimmung, ein fröhliches Brummen, ein munteres Krabbeln, ein dröhnendes Schlaflied, ein Alptraum, ein Riesenspaß.

"Espíritus del desierto, yo os invoco", das nur auf Vinyl veröffentlicht wird, ist ein Post-Kraut-Rock-Album sondergleichen. Die Lieder, ausufernde Monstren aus Keyboard, Gitarre und leisem, spanischen Gesang pendeln immer wieder zwischen verschiedenen Stimmungen hin und her, haben nur selten eine erkennbare klare Linie, wodurch sie manchmal etwas arg anstrengen werden. Auf der anderen Seite bleibt das Album dadurch aber auch sehr spannend: Ständig passiert Unerwartetes: Harmonien werden gestreckt und zu diffusem Dröhnen verzerrt, Lieder machen spontane Kehrtwendungen, Noise-Lärm-Passagen bekommen auf einmal süßen Blumenduft und hin und wieder steht mitten in dem Chaos plötzlich ein nahezu perfekter Popsong. Trotz der ganzen Sprünge, Brüche und Abgründe bleibt das Album konsistent und behält seine eigentümliche Grundstimmung durchgängig bei, so dass das ganze Werk doch wie aus einem Guss wirkt. SCHWARZ haben mit diesem Album nicht nur ein sonderbares Stück Musik geschaffen, "Espíritus del desierto, yo os invoco" ist mehr als das. Es ist eine Herausforderung, eine Zumutung und es ist auch ein modernes Kunstwerk. Sperrig, verstörend, beeindruckend und fast unmöglich, in seinem vollen Ausmaß zu begreifen.

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