BerndsenLover in the Dark
VÖ: 11.11.2011 // 101 Berlin

VÖ: 11.11.2011 // 101 Berlin
Let’s step back into the eighties! Islands Musikszene ist unbestritten eine ganz besondere. Weit ab vom Rest der Welt hält sich der Inselstaat immun gegen jede feindliche Übernahme durch den sogenannten Mainstream. Und produziert fleißig Ausnahmeerscheinungen.
Die offenbar epische Zeitspannen benötigen, um bei uns anzukommen. Das vor kurzem in Deutschland veröffentlichte „Lover in the Dark“ von Berndsen können Isländer bereits seit 2 Jahren genießen. Seit 2 Jahren? Nicht eher seit 30? Albumcover und Sound schillern ganz klar im (Neon-)Licht der 80er Jahre.
Bekannt geworden ist David Berndsen durch die schräge Morgue-Tanzparty seines ersten Videos „Supertime“: Während er auf dem Dach eines Unfallautos hin und her tänzelt, tollt eine Horde junger Menschen perfide grinsend mit den blutspuckenden Unfallopfern auf der Wiese herum. Leicht entartete Kunst zwischen „Always look on the bright side of life!“ (im Sinne Monty Pythons) und dem verzweifelten - aber erfolgreichen - Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen. Erst auf der CD kommt das saubere Gitarrensolo der Bridge zur Geltung- und macht einiges wieder gut.
Mal elaborierter Soundtrack eines Tetris-Spiels („Lover in the Dark“) oder des Levels bei Super Mario, bei dem er auf die gruseligen Geister trifft („Dark Times“). Mal Ambient („Coma“), mal Dance, mal eher synthetisch. Immer Pop. Und dabei wiederbelebte Musikgeschichte: Sogar aufgenommen wurde „Lover in the dark“ ganz im Sinne des Synthesizer-Jahrzehnts mit originaler Technik.
Wie kommt der bärtige Sänger, dem man – in anderem Outfit – auch einen hartgesottenen Robbenfänger zutraute, zur klingenden Trivialität gerade dieses Jahrzehnts? “80′s music has always been my favourite. My dad used to listen to it all the time. (…) When I tried synths for the first time it was like all these sounds coming back to me from when I was young, from the good old days. At that time I felt it was the right thing for me.” Nostalgie der Nostalgie wegen. Wunderbar!
Auf Berndsen kann man bauen, wenn OMD oder Duran Duran bereits ein Fundament gesetzt haben. Beziehungsweise man nicht gleich die Fenster verrammelt, wenn aus dem Garten deren Musik erklingt. Superficial in bestem Sinne. Jedoch: ein leichter Plastikgeschmack bleibt.
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