Werner KitzmüllerEvasion
VÖ: 04.11.2011 // Valeot Records

Weit unten sonort der Kehlkopf Werner Kitzmüllers und findet dort einen kleinen Wundpunkt einsam hallender Trauer. Manchmal sind die Laute dann auch so tief, dass man sie nicht mehr versteht, anderswo absichtlich zernuschelt, als letzter kleiner Schutz vor der Bloßstellung, die von jeder Öffentlichkeit droht. Im Eingangsstück schält sich die kleine Poetik des Österreichers gar als Hörspiel aus vielen übereinandergelegten Stimmen, als würde sie mit dem Ertrinken ringen, ganz passend zu der vorgetragenen Erzählung von Taumel und Ausweglosigkeit, so dass schon in der Eröffnung klar wird: Dieses Album handelt von der Suche nach der Möglichkeit eines Versteckes. Genau das ist „Evasion.“
In hohem Maße gedankenversunken und ganz ruhig vollzieht sich diese Suche. Field Recordings werden eingestreut als folgte man der Einsamkeit als Schatten, die Begleitung bietet ein feinfühliges klassisches Arrangement von Klavier und Streichern. Eine Akustikgitarre, vermutlich Ausgangspunkt der meisten Lieder, verspricht ein bisschen Halt in gefestigteren Momenten, wie im letzten Stück „Salz.“
Kurz gesagt, Werner Kitzmueller, der vor seinem Solo-Album zwei EPs auf dem Wiener Label Beatismurder veröffentlichte, die dort auch kostenlos heruntergeladen werden können, und der bald auch als Teil eines Trios ein Album veröffentlichen wird, hat ein sehr zartes, und kluges Songwriter-Album gemacht. Auch die selbstgestaltete Coverzeichnung, die an die Körperorganiken Hans Bellmers erinnert, gehört noch zur Ehrlichkeit und unterstreicht das „I can't find no words“ als Ringen um Worte und Fliehen vor dem Schweigen und dem Leben gegenüber einsichtiges Lallen.
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