FlashgunsPassions Of A Different Kind
VÖ: 14.10.2011 // Humming Records

die gute alte indie-tradition wurde von den flashguns aus england ein weiteres mal wiederbelebt. wer sich einen namen machen möchte, der muss vorab so viel erfahrung wie möglich sammeln und den tourbus zu seinem vorübergehendem zuhause machen. raus aus dem proberaum, raus auf die bühnen dieser welt! diesen grundsatz verfolgte das trio emsig und tourte in den letzten monaten wie besessen, unter anderem als support von jamie t, bombay bicycle club oder jamie t, durch die englische heimat. auch hierzulande konnte man die band diverse male in den gängigen clubs antreffen. dieser eingeschlagene weg hat sich nun bezahlt gemacht. gemäß des sprichtworts, was lange währt, wird endlich gut, legt die band nun ihr sehnsüchtig erwartetes debütalbum "passions of a different kind" vor.
dieses bietet dem hörer zahlreiche brit-pop momente par excellence und bekräftigt die these, dass im mutterland der popmusik immer noch ein reges befürfnis danach besteht dieses kulturgut möglichst auf hohem niveau, aber in staubfreier form auch jüngeren generationen nahezulegen. dafür braucht es, wie flashguns beweisen, ein wenig lebendigkeit in den spielfreudigen fingern, ein händchen für gute gitarren-hooks und natürlich eine gesangliche darbietung, die, wenn nötig, auch als grundpfeiler eines songs fungieren kann. die songs bringen über weite strecken jugendliche euphorie zum ausdruck ("sounds of the forest", "no point hanging around"), die musikalisch rumpelnd und verzerrt oder aber auch mit deutlichem hang zum pop inszeniert wird, und dabei stets auf hymnenhafte refrains setzt.
der titeltrack verspricht weniger aggressive gitarren, dafür einen hauch von verletzlichkeit und eine drastisch reduzierte instrumentierung im mittelteil. "the beginning" macht es noch deutlicher und ersetzt die aufgescheuchte dynamik durch eine introvertiertere haltung. in den zeiten, in denen indie bands verstärkt elektronische elemente in ihre musik miteinfließen lassen, orientieren sich die flashguns lieber am klassischen sound, stürzen sich mit erhobenem haupt in große brit-pop melodien und mischen die karten mit jedem song neu, ohne sich auf einen bestimmten weg zu versteifen. der brit-pop lebt.
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