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Loney Dear - Hall Music
 
 

Loney DearHall Music

 

Wer sagt denn, dass wachsender Erfolg nur Schattenseiten haben muss? Für Emil Svanängen alias Loney Dear brachte der gestiegene Bekanntheitsgrad in Europa und den USA die Gelegenheit, über den eigenen musikalischen Tellerrand hinauszublicken und seine Songs aus einem völlig anderen Blickwinkel zu betrachten. Immerhin tourte der Schwede mit seinem 2009 erschienenen, international gefeierten Album „Dear John“ nicht mehr nur allein oder mit einer kleinen Band durch die Lande, sondern immer öfter auch mit einem Kammerorchester, was zur Folge hatte, dass er viele seiner älteren Stücke komplett neu arrangieren musste.

„Hall Music“, der sechste Longplayer von Loney Dear, ist nun so etwas wie die logische Konsequenz aus den damals gemachten Erfahrungen. Emil Svanängen wagt mit dieser Platte nämlich einen Schritt weg von seinem bisherigen, eher vom Songwritertum geprägten Schaffen und bewegt sich deutlich in Richtung zeitgenössische klassische Komposition. „A short record with a wide vision“ nennt der amerikanische Neoklassiker Nico Muhly „Hall Music“ und hat damit auf jeden Fall Recht: In nur etwas mehr als einer halben Stunde lotet Loney Dear hier eher seine Möglichkeiten aus, als ausladende Symphonien zu entwerfen.

Trotz seiner Kürze - die meisten der elf Stücke dauern um die drei Minuten - hat es „Hall Music“ aber in sich. Egal, ob mit echten orchestralen Arrangements oder mit Synthesizern gearbeitet wird, beeindrucken die diesmal recht wortkargen Songs durch ihre klare Struktur und Präzision, die aber immer Hand in Hand mit einer großen Portion Experimentierfreude und Verspieltheit geht. Besonders gut gelungen sind dabei neben „D Major“, der Vertonung eines Gedichts von Nobelpreisträger Tomas Tranströmer, das fast meditative „Calm Down“ und das sehr anrührende, aber nie kitschige „Young Hearts“.

Wohin der neu eingeschlagene Weg von Loney Dear führen wird, ist zwar noch offen, doch nach dem sehr ambitionierten „Hall Music“ kann man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass da in Zukunft etwas ganz Großes auf uns zukommen könnte.

christoph
 

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