SvinHeimat
VÖ: 04.10.2011 // Mom Eat Dad Records

VÖ: 04.10.2011 // Mom Eat Dad Records
Wer soll das gut finden? Die Dänen von Svin (zu deutsch Schwein) machen Musik, irgendwo zwischen Free-Jazz und Postrock, deren einziges Anliegen es zu sein scheint, archaisch stampfende Sperrigkeiten zusammenzutragen. Das scheußliche erste Lied klingt, als würde man ein hässliches, panisch quiekendes Riesenferkel durch die Gegend jagen, das fast genauso scheußliche zweite Lied versucht eine kolossale Noise-Landschaft aufzubauen und gleichzeitig durch ein enorm nervtötendes, schräg gespieltes Saxophon wieder einzureissen und dabei maximale Kopfschmerzen zu erzeugen. Ein massiver, grauenvoller, misstönender Orkan voller Vernichtungskraft. Es folgt ein uninspiriertes dreiteiliges Stück, das nur aus gespanntem Warten zu bestehen scheint. In der Mitte gibt es kurz eine Noiserock-Detonation, dann verflacht es wieder und niemand scheint so recht zu wissen, wie es weitergehen soll. Nach weiterem, ratlosen Abwarten dann wieder Postrockartige Eruptionen, die unerwartet gut klingen. Es folgt ein weiteres, seltsam unmotiviertes Stück, dass sich müde und planlos um sich selber dreht und auch das Saxophon spielt wieder mit, jetzt aber dankenswerterweise mit nur noch minimaler Schieflage. In seiner ansteckenden lakonischen Trägheit entwickelt sich dieses Stück sogar noch zu einem recht interessanten Lied. Wird aus "Heimat" etwa doch noch ein empfehlenswertes Album? Oh Nein!
Es folgt "Muskelhund", ein gleichermaßen rat-, plan- und orientierungsloses Lied, dass aber erheblich schneller gespielt wird und dabei alle Register in Sachen Verwirrung, Dekonstruktionalismus und Verweigerungshaltung zieht. Das Saxofon dominiert, stört und tut weh, der eigentlich ziemlich begabte Schlagzeuger verliert sich in überkomplexen Frickeleien und die Gitarre verknotet sich in sich selbst. Aua.
Nach weiteren sechs Minuten Klang gewordener Orientierungslosigkeit ("Sankt Hans") kommt dann endlich das letzte Lied, "Kære Mona", ein sich wie Kaugummi ziehendes Stück aus von sich selbst genervtem Saxophongedudel, quälendem Gequengel auf der Gitarre und hektischem Schlagzeug. Nicht einmal die Band selbst scheint jetzt noch Lust zu haben, das Album fertig zu bringen.
Wenig ist so erleichternd wie die Stille, nachdem das Album vorbei ist, die CD aus der Stereoanlage genommen und in die allerhinterste Ecke der Plattensammlung geschoben wurde.
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