PeterLichtDas Ende der Beschwerde
VÖ: 28.10.2011 // Motor Music

Um das mal vorwegzunehmen: „Das Ende der Beschwerde“ gibt schon in den zugehörigen Naturalien keinen Grund zur unreflektierten Nörgelei. Werden doch nebst zwölf goldenen Neukompositionen gleich noch ein ideales Mini-Poster für den versiffenden WG-Kühlschrank und jeder einzelne Schreibmaschinen-Buchstabe frei Haus mitgeliefert. Ist also nicht so, dass hier irgendwer irgendwas während der teils doch temporeichen Liedereignisse nicht recht mitkommen müsste. Und auch wenn PeterLicht auf „Sag mir, wo ich beginnen soll“ oder dem späteren „Fluchtstück“ den Sprachgesang ganz im Geiste der Goldenen Zitrusfrüchte weit vorne am Bühnenrand agitierend vorträgt, ist so ein Textblatt ja immer noch für schnelle Notizen gut.
Ganz besonders mag man dem optisch immer noch kopflosen Künstler und Meister der Zeichensprache reichlich ausgeprägte Theatralik unterstellen und liegt mit der Einschätzung sogar richtig. Macht der Theater? Macht der Theater! Hier fällt die Bildsprache neben idealistischem IndiePop wie eine Riesen-Nuss in dein phlegmatisch am Boden kriechendes Dorf und du fängst an, plötzlich wieder deine Möglichkeiten zu nutzen. Apropos: Die schöne und liebgewonnene Angewohnheit, in Rezensionen Zitate zu platzieren verglüht schon beim Versuch, aus dieser sinntiefen Flutwelle aus Poesie, Zeitgenüssen, Konsumkommentaren, Innovationen, eigensinnigen Arrangements und ungezähltem Diesem und Jenem einzelne Zutaten zu destillieren. Fehlt ja nur noch, dass jetzt einer ruft: „Hey PeterLicht, das hat Gesicht!“ – Doch diese platte Phrase hat sich wohl gerade noch rechtzeitig und zum Glück aus dem Sprachgebrauch entfernt. Selbst wenn sie eigentlich genau den Kern trifft.
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