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Mirel Wagner - Mirel Wagner
 
 

Mirel WagnerMirel Wagner

 

Klischees sind die Sache von Mirel Wagner nicht. Schon allein optisch mag die in Äthiopien geborene und in Finnland aufgewachsene Songwriterin in keinster Weise ins gängige Skandinavien-Bild passen - ein Umstand, der sich in ihrer Musik nur noch weiter fortsetzt. Mirel Wagner macht nämlich minimalistischen, lediglich von einer stoisch gezupften Akustikgitarre begleiteten Folk-Blues, den man in der Regel sonst nur von verbitterten alten Männern, die dem Tod mehr als ein Mal ins Auge geblickt haben, serviert bekommt.

Auch in ihren Texten befasst sich die gerade 23 Jahre alte Finnin am liebsten mit Themen, um die ihre Altersgenossinnen normalerweise einen weiten Bogen machen. Die neun Songs des mit knapp 30 Minuten recht kurzen Albums drehen sich in erster Linie um Tod, Trauer, Ausweglosigkeit und Verzweiflung. In „No Death“, dem stärksten Lied der Platte, singt Mirel Wagner Zeilen wie „my baby has a swollen face / long stiff limbs / them eyes are black pits / of a place where I've been / her hair is long / still smells like mud / she answered to my kiss / with a rotten tongue“ mit einer solch wuchtigen Monotonie, dass es einem als Hörer schier den Atem raubt.

Fragt sich nur, wie die junge Frau erst klingen mag, wenn sie wirklich einmal alt und weise ist. Angesichts der fast schon magischen Kraft, die bereits in diesem Debüt steckt, eine Vorstellung, die man sich gar nicht ausmalen möchte.

christoph
 

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