Somebody Still Loves You Boris YeltsinTape Club
VÖ: 17.10.2011 // Polyvinyl Records

wach auf, oma, es wird winter, wir machen's uns gemütlich! jeden tag wollen wir feuerzangenbowle trinken, den kachelofen anheizen, warme hausschuhe unter dicken daunendecken tragen. genau zur richtigen jahreszeit (hier in berlin wird es so langsam richtig kalt) legen "somebody still loves you, boris yeltzin" eine 26 lieder starke, wunderschön warme lo-fi-gute laune-melancholie kollektion auf den tisch.
10 jahre gibt es die 4-mann-band um philip dickey, kennen gelernt haben sie sich auf einer high school in springfield, missouri. seither sind nicht nur 3 studioalben entstanden, in derselben zeit hat sich ein b-seiten-schnipselarchiv angesammelt, das 100 bislang unveröffentlichte einträge hält. und hiervon wurden nun die besten 26 songs herausgefiltert.
eine ansammlung ist "tape club" also, eine kumulative veröffentlichung aus einer ganzen songwriting-dekade. ganz klar, dass diese nicht aus einem guss geformt sein kann. drei beispiele: "letter divine" geht ziemlich ins ohr, "song 1000" ist hingegen ziemlich verrückt, "sweet owl" einfach nur verdammt gut. manche songs stammen aus der low-budget "broom"-zeit der band (nicht immer schlecht: in "let's get tired" entsteht der charme nicht zuletzt durch das unsaubere schlagzeug), bei manchen handelt es sich um demo-aufnahmen bereits veröffentlichter songs. und natürlich muss es in 10 jahren bandgeschichte auch experimente geben: in "yellow missing signs" versucht sich die band mit einem keyboard-track in der disziplin des synthie-pops. "cardinal rules" ist hingegen eine orgelhymne zum mitsingen - "tonight we're going downtown!" ruft dort die band in die weiten suburbias und trommelt zum aggressiven steilgehen.
man kann in diesem rückblick auf sslyby's bisheriges schaffen jedoch trotz der inhomogenitäten einen roten faden erkennen: den von richtig gutem songwriting. und das macht bekanntlich immer noch spaß. "tape club" von sslyby lohnt definitiv einen kauf.
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