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Atomic - Heartbeater
 
 

AtomicHeartbeater

www.atomic-band.de

VÖ: 28.10.2011 // Redwinetunes

 

Im ländlichen Raum fliegt die Kuh. La Brass Banda zeigen auf internationalen Bühnen, dass Chiemgauer Blasmusik und Folklore auch auf der Tanzfläche abseits vom Trachtenvereinsabend funktionieren, durch das Muh-Magazin bleiben bayerische Lebensaspekte auch den Hipstern nicht verborgen und die La Brass Banda-Epigonen Die Ziehgäuner, Kofelgschroa und viele weitere Blas-Bands oder Pop-Kapellen beweisen, dass Trompetenbläser auch lange nicht aus dem letzten Loch pfeifen. Bayern und seine Traditionen hüpfen auf einmal aus der bunt lackierten Schublade „Popkultur“. Das ganze Bayerland bläst zünftig ins Horn?

Nein, in einem kleinen Dorf, ganz am Rande Bayerns, weitab der Großstädte (oder wenigstens Kreisstädte), dort wo die Folklore eigentlich am tiefsten Sitzen müsste, sitzt ein unbescheidenes Bruderpaar. Und das schraubt seit jeher und auch weiterhin nachts die Ortschilder ihres Heimatorts Furth im Wald ab uns ersetzt sie mit „Klein-Manchester“-Tafeln. Atomic, die Band um Rainer und Thomas Marschel und ihre des Öfteren wechselnden musikalischen Mitstreiter waren im Herzen immer im Vereinten Königreich zuhause (das fiel nur bei den im Dialekt gesprochenen Bühnen Ansage nicht auf). Doch auch ihre einstigen Vorbilder, die Herren Liam und Noel Gallagher, haben bessere Zeiten gesehen und Atomic sind es eh längst leid, die „Oasis aus dem Bayerwald“ zu sein. Vom Gallagher-Sound haben sich Atomic bereits auf dem letzten Album „Coming up from the Streets“ emanzipiert. Den Neunzigern, der Zeit der mächtigen „British Invasion“ , blieben sie aber weiter treu: Schnoddrige Indie-Hymnen („Aphrodite“ und der Titelsong), Beatles- und vor allem Kinks-Harmonien („Come Closer“, „Shadow Dancer“) und den immer wieder treffsicheren Ohrwürmern, die sich die Jeans-Industrie jetzt schleunigst mal als Werbejingle einkaufen sollte („Sunshine Bliss“, „Last Year‘s Supermarket“).

Thomas und Rainer, in Oberpfälzer Lokalpresse bereits als „Erfinder des Indie Rock“ geadelt, hatten nach der Tour zu ihrem letzten Album einen eigenen Indie-Club eröffnet. Dort in der tiefen Provinz (ich darf das sagen, ich bin auch ein Landei) legten sie regelmäßig britische Indie-Platten auf und entwickelten ein Gespür dafür, was im Club funktioniert und wie man die Seitenscheitelträger zum Tanzen bringt. Das floss hörbar in die Komposition von „Heartbeater“ ein. Und weil die Jungs aus den Dörfern zusammenhalten, kam irgendwann auch mal ein gewisser Thees Uhlmann aus Hemmoor (zwischen Geest und Ostemarsch – Landkreis Cuxhaven) in den Bayerischen Wald gefahren, um seine Freunde auf ihrem neuen Album zu unterstützen. Gemeinsam mit Atomic nahm Thees Uhlmann deren „Black Angels“ vom Debütalbum neu auf. Und da soll noch einmal einer sagen, der sagenumwobene Geheimbund mit dem Namen „Oasis Ultras“ wäre nach „Heathen Chemistry“ verstummt.

säm
 

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