Immanu ElIn Passage
VÖ: 28.10.2011 // And The Sound Records

VÖ: 28.10.2011 // And The Sound Records
Postrock ist eine undankbare Angelegenheit, und zwar für alle Beteiligten.
Für die ihn spielenden Musiker, weil sie meistens nie wieder herauskommen und ihr Talent an die Strapazierung von Melodien verschwenden. Für Menschen, die ihn gerade erst kennenlernen, weil er ihnen die Ohren kaputt machen wird. Für Menschen, die ihn schon kennen, weil sie entweder (die Minderheit) keinen Weg wissen, ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen oder weil sie (die Mehrheit) nur mal „so eine Phase“ hatten, und sich heutzutage über die Musik ärgern. Das aber wird sich die Minderheit von ihnen nicht gerne sagen lassen, weshalb sich schnell die Gräben zwischen Post-Rock und Nicht-Post-Rock verhärten und bald kann der Post-Rock-Hörer dann mit dem Nicht-Mehr-Post-Rock-Hörer nicht mehr über Musik sprechen...
Das vorweggenommen, einige Worte zum neuen Album von Immanu El.
Die jungen Schweden teilen sich mit den anderen jungen post-rockenden Schweden EF schon seit ihrem Debüt 2007 das Label And The Sound, das die beiden Bands seit einiger Zeit auch alleine und selbstständig betreiben. Beider Bands Klang kann als verhältnismäßig sentimentalistisch gelten. So wird einerseits dankenswerterweise auf genretypische „Gitarrengewitter“ und andere „Stürme“ weitestgehend verzichtet, andererseits sind der zurückgenommene Instrumental-Gesang, sowie der Einsatz von Bögen und Klavier charakteristisch: Mittel, die „cinematic soundscapes“ eine neue Welle schlagen zu lassen gegen das brandende Schiff ach so großer Empfindsamkeit.
„In Passage“ nun, das dritte Album von Immanu El, raubt der Metapher gar Ihren Assoziationsgehalt – denn tatsächlich waren die Schweden in ein Segel-Projekt involviert, das zur Inspirationsquelle des neuen Werkes wurde. Der romantisch-verträumte Blick auf das Meer, den das Cover zitiert, ist somit authentifiziert. Die Entstehung der Musik aus dem Wunsch heraus, Andere mögen Anteil an der eigenen Einsamkeit nehmen, weit weg vom Festland, also an die Biographie der Musiker gekoppelt, und schließlich musste das Programm wieder einmal nicht geändert werden: „The ambition has, ever since the start, been to create something captivating and beautiful.“ Ah ja.
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