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Sebastian Hackel - Kreideblumen
 
 

Sebastian HackelKreideblumen

 

Es kann leicht geschehen, dass man einem Unrecht tut, der auf den ersten Blick und buchstäblich vom ersten Lied-Ton an sich selbst und seine kleine Welt hart in die Mangel nimmt. Dreadlocks, Schuhe zuhause gelassen und alleine das Cover glänzt noch mit Farben bevor der Eintritt in die Welt des Sebastian Hackel von reichlich Grau umgeben scheint. Einer, dem man ein "Hey, Typ!" zurufen möchte, ihn an den Schultern packen, schnell aufwachen lassen mag. Und dann bitte noch mal drüber reden, weil so kann das ja nicht weitergehen. Einer, der das Leben als bunte Schönheit kennt und täglich offenbar so viele Sportzigaretten rollt, dass die hauseigene Empfindsamkeit schon reichlich Platz und viel zu viel Zeit im Gewissen findet.

Einer, der irgendwie devot dankend den Seifenblasen beim Platzen zusehen mag, dessen Stimme manchmal weitläufig an den Jupiter Jones-Mann erinnert, sich einsam mit der Gitarre rund um die Uhr im schattigen Park wiederfindet, durch Pfützen watet und schreibt und schreibt und schreibt, bis der neue Tag schon längst begonnen hat. Einer, der von Freiheit träumt als höchstem Lebensgut und an schlechten Tagen Gefahr läuft, blind in den Konter der Gegnerin zu geraten. Hackel, dieser zweiundzwanzigjährige schlaksige Hüne aus Dresden. Bei dem man sich nicht sicher ist, ob ihm Erfolg im Leben eine große Tabuzone aus Fragezeichen zu bedeuten scheint. Einer, der seinen Platz noch lange suchen will und mit den vierzehn verranzten Wohnungs-Klingelknöpfen auf der "Kreideblumen"-Rückseite das beste aller Symbole für das alles hier gefunden hat.

kel
 

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