Bass Drum Of DeathBass Drum Of Death

von Oliver Schröder · 20.05.2013



“Warum nicht?” ist die große Frage, die John Barrett ein Jahr nach seinem Debütalbum mit dem selbstbetiteltem Nachfolger stellt. Denn wir alle wissen, dass sich selbst – oder vielleicht auch besonders – Garagenpunkrock-Bands im konservativ-reaktionären Dogmen-Dschungel leidenschaftlich gerne verfangen können:

Ich möchte niemals so festgefahren sein, dass ich denken würde: Ich kann hier keinen Bass drauf spielen, weil ich das bisher auch nicht gemacht habe.

Sprachs, schrieb elf neue Songs und nahm ein umwerfend sprödes zweites Album auf, dass im Regal am besten irgendwo zwischen die Sonics, frühen White Stripes oder Jay Reatard einzuordnen ist.

Wenn Barrett von seiner Platte spricht (und sich dabei vor allem auf die Vinylversion bezieht, womit er sich dann doch wieder ein Stück weit als konservativ outet), dann als Bastler und Fummler, der mit öligen Händen und minderwertigen Schraubenschlüsseln am knatternden Auspuff seiner Songlieblinge herumschraubt. Dieses „noch nicht ganz fertig“-Gefühl hat man beim Durchhören von »Bass Drum Of Death« mehr als einmal. Das besondere an den Songs ist die dabei Tatsache, dass es sich hier nicht um absichtlich schrottig produzierte Wannabe-Lo-Fidelity-Ware handelt, bei der man sich den Kick bestenfalls live abholen kann. Nein, von der eröffnenden Riff-Rock-Dampfwalze »Wanna Be Forgotten« über die Wipers-Verbeugung »Bad Reputation« bis zum kreischenden 60s-Beat von »(You’ll Never Be) So Wrong« wird jeder schmutzige Hieb dermaßen ungebremst ausgeführt, dass gar kein Weg daran vorbei führt, auch im heimischen Wohnzimmer mit dem Hintern zu wackeln.

21.05.13 Berlin - White Trash
22.05.13 München - Feierwerk


VÖ: 31.05.2013, Innovative Leisure

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