Hans UnsternThe Great Hans Unstern Swindle
Bühne frei. Hans Unstern nimmt einen weiteren Hub aus dem Heliumballon, die Band poltert drauflos und ab geht die »The Great Hans Unstern Swindle« Show. Wer Hans Unsterns erstes, vielbeachtetes »Kratz dich raus« Album aus 2010 kennt, weiss, worauf man sich einlässt. Die acht Stücke auf »The Great Hans Unstern Swindle« ziehen die Daumenschrauben der Verschrobenheit weiter an.
Die erste Reihe grölt aufgepeitscht schon beim dritten Lied "Laaaaa Laaaaaa Laa Laa Laa Laaaaaaaa". Weiter hinten wird getanzt. Lässig knallt Hans Unstern seinen Gästen das kantige Liedgut vor den Latz und weiss die Gemüter schon bei den nächsten Stücken wieder abzukühlen. Ein Fünftklässler rezitiert das fünfte Stück. Die Mutter wischt sich eine Träne aus dem Knopfloch. Im Saal wird gekichert und gemurmelt.
Das Album gibt sich vielseitiger, wirkt dadurch mitunter wie ein vollgeschmiertes Skizzenbuch mit etlichen Leerseiten für eigene Notizen. Die gilt es allerdings später zu machen. Es bleibt keine Zeit zum Durchatmen oder Verarbeiten. Die Texte im facettenreichen Unstern (Sprech-)Gesang biegen die Balken. Ein paar Phrasen bleiben haften, etliche unverstanden. Man könnte ihm Absicht unterstellen.
Musikalisch poltert und scheppert es gewaltig. Bläser, Streicher und Orgeln warten auf ihre häufig kurzen Einsätze, hüllen uns in eine süßlich melodische Decke, die uns der Meister nur zu gern gleich wieder wegzieht. Das Album zerrt und reißt an uns. Doch Hans Unstern hält uns wie Marionetten in seinem Theater und während sich die Aboplätze zustimmend nickend im Diskurs verzetteln, ist ein Teil des Publikums schon vor der Pause nach Hause gegangen.
21.11.12 Hamburg - Uebel & Gefährlich
22.11.12 Köln - Gebäude 9
23.11.12 Frankfurt - Brotfabrik
24.11.12 München - Orangehouse
25.11.12 (AT) Wien - B72
05.12.12 Berlin - Festsaal Kreuzberg
VÖ: 26.12.2012, Staatsakt






















