Sea + AirMy Heart´s Sick Chord
eleni und daniel benjamin haben offensichtlich einen kruden sinn für humor: so, wie der bandname sea + air nichts anderes ist als eine englisch-deutsche homophonie (sie + er), trägt auch der albumtitel ein verwegenes wortspiel in sich - »my heart's sick chord« verweist auf harpsichord, das cembalo also. auf diesem instrument wurde das gesamte album auch geschrieben. diese notiz lässt bereits erahnen, dass man es hier mit etwas sehr speziellem, einzigartigem zu tun hat. und tatsächlich findet sich auf »my heart's sick chord« nicht nur barocke schwülstigkeit, sondern auch hard rock-, disco- und plastik-pop-referenzen.
dass diese melange grosses action-kino ist, überrascht weniger als die tatsache, dass all diese zutaten hervorragend zueinander passen. eine unsichtbare klammer hält das album zusammen - sei es das gespür für großartige melodien, der teils akrobatische gesang, der daniel benjamin als freddy mercury des indie-kosmos ausweist, oder die immer eleganten und unverschämt ideenreichen arrangements. so klingt »my heart's sick chord« bei aller vielfalt von pluckerndem, tanzbarem pop, uptempo-indie und klassicher grandezza immer wie aus einem guss.
um es in aller kürze und deutlichkeit zu sagen: »my heart's sick chord« könnte sich als eines der eigenartigsten und zugleich besten (indie-)pop-alben erweisen, das in den letzten jahren aus deutschland gekommen ist. aber wen interessiert schon der entstehungsort bei einem solchen jeder festlegung trotzdendem geniestreich?
das animationsvideo zur single »do animals cry?« fängt den ganz normalen wahnsinn des duos schon ganz gut ein. auch sehr sehenswert: der auftritt der beiden bei tv noir.
VÖ: 12.10.2012, Motor Music





















