House of DollsWelcome to the Department of Nuclear Medicine
House of Dolls geben sich provokant- sei es die Assoziation des Bandnamens mit NS-Freudenhäuser- und über diese Ecke mit Joy Division- oder die bissige Ansammlung von Wörtern wie „help“, „hope“ und „soul“ neben „fuck“, „cunt“ und „kill“. So schwankt auch die Musik auf ihrem Album »Welcome to the Department of Nuclear Medicine« zwischen Gut und Böse; hinter einem Schwall an lärmenden Gitarren und Drums blicken Wehmut, Klarheit und Melodie hervor. Die Stimmung ist immer etwas düster, der Klang auf eine aggressive Weise einlullend.
Aus dem Krachnirvana reißt »Nuclear Meds«, eine zweiminütige Geräuschwelle, als ginge gleich etwas in die Luft. Man wartet, aber nichts passiert, bis die Ton gewordene Präapokalypse vorbei ist. Der Geist ist wieder aufmerksam, es geht ausladend weiter, die Depression weicht ab und an einer euphorischen Angriffslust. Eine Art Rock-Tafel bipolarer Zartbitterschokolade.
VÖ: 12.10.2012, Noisolution


















