Switchblade2012
Eins vorweg: leider überzeugt das neue Album der schwedischen Doom Metaller Switchblade nicht so, wie es der unheimliche, düstere Koloss ihres vorherigen Albums tat. Zwischen dem vorherigen, ebenfalls schlicht nach seinem Erscheinungsjahr benannten Album, und der neuesten Platte liegen schließlich ganze drei Jahre. Die Band ist zum Duo geschrumpft, bestehen nun nur noch aus Drummer und Gitarrist, und versuchen, mit Minimalem möglichst viel zu bewegen.
Dass das nur bedingt klappt, ist schade, denn gute musikalische Ideen besitzen die Herren Folkesson und Bertilsson immer noch. So überzeugen »Dissonance I / II« mit genau dem, was der Titel der beiden Parts verspricht – nämlich verstörenden, dissonanten Gitarrenakkorden über einem gewohnt langsam gespielten Schlagzeug. Anderes hingegen klingt lediglich nach monotonem Früh-Heavy-Metal-Geriffe, so beispielsweise der viel zu lange Schluss von »Movement I«. Die Krone bekommt der Retrosound jedoch von Gastkeyboarder Per Wiberg, früheres Opeth–Mitglied, aufgesetzt, der jegliche Inspiration vermissen lässt, und lediglich im Hintergrund die Hammondorgel röhren lässt. Mit deutlich mehr Qualität warten hingegen die Gesangsbeiträge auf, die mit The Cuckoo, David Johansson und Jonas Renske von Katatonia durchaus prominent besetzt sind.
Schade nur, dass man sich die richtig starken Momente in dem ganzen Wust von Doom zusammen suchen muss – vorhanden sind sie nämlich immer noch. Wenn sich die Band wieder auf ihre experimentellen Seiten besinnt, dann kommt auch bestimmt wieder ein starkes Album heraus.
VÖ: 21.09.2012, Denovali Records


















