Cocks ArquetteCocks Arquette

von Fabian Broicher · 08.09.2012

Etwa eine Minute mit dadaistischem Rumgeblödel muss man aushalten, bevor es mit dem Debütalbum der fünf Australier Cocks Arquette richtig losgeht. Dass diese erste Minute als eigenständiger Track angegeben wird, ist eigentlich eine Frechheit, andererseits aber wiederum ganz sympathisch – denn er ist mit »Considerably Fucked« ziemlich treffend betitelt.

Es folgen laute, verzerrte Gitarren, ein ziemlich lo-fi aufgenommenes Schlagzeug, ein kreischender Sänger und diverse verzerrte und kaputt klingende Elektronik. Dann noch ein wenig Doom dazu, und fertig ist dunkle Gebräu, welches stilistisch nicht sehr weit von den Melvins entfernt ist.



Erst in der zweiten Hälfte der Platte (knapp 39 Minuten auf vier Songs verteilt) klingen Cocks Arquette eigenständiger. Höhepunkt des Albums, »This Changes Nothing«, verändert sich ironischerweise komplett, klingt am Anfang höchst krautig, und endet mit einer wundervoll hoffnungslosen Gitarrenmelodie, wie sie Slint nicht besser hinbekommen hätten.

Es folgen abermals verdammt kaputt und gruselig wirkende elektronische Passagen, von denen manche so klingen, als würden sich ekelhafte Rieseninsekten durch die Boxen fressen, sowie ein Finale mit fünf (!) Gitarristen, die gleichzeitig spielen. Extra zu diesem Zweck hat man sich zwei Gastmusiker an Bord geholt, denn – und das ist das wahrlich Beeindruckende an der ganzen Geschichte – die komplette Scheibe wurde live und ohne Overdubs im Studio aufgenommen.

VÖ: 07.09.2012, OSCL RECORDS

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