Black Mass RisingA Film By Shazzula

von Fabian Broicher · 02.08.2012



Man muss schon mehrere Portionen Mut und Dreistigkeit zum Frühstück zu sich genommen haben, um ein solches Mammutprojekt wie Black Mass Rising aus dem Boden zu stampfen. Glücklicherweise gehören diese zwei Dinge wohl zum festen Speiseplan der Regisseurin des Films, die sich hinter dem Pseudonym Shazzula verbirgt.

Damit meine ich noch nicht mal so sehr die Chuzpe, die man braucht, um einen solchen Experimentalfilm lediglich mit einer Telefonkamera zu filmen, sondern eher die Begeisterung und den Enthusiasmus, den die Regisseurin aufgebracht haben muss, um einen passenden Soundtrack für ihr Werk zu finden. Ihre Lösung war es, ihre jeweiligen Lieblingsbands zu fragen, ob sie nicht mal gerade so Lust hätten, an dem Film mitzuwirken. Absolut kein Künstler lehnte die Anfrage ab, mehr noch, ein paar Tracks passten gar nicht mehr in den Zwei-Stunden-Film herein.

In der Tat funktionieren die Bilder, die noch im beinahe altertümlichen 4:3-Format aufgezeichnet wurden, nur mit Musik. Film und Klang verschmelzen, und werden – man verzeihe mir den etwas platten Vergleich – zu einer gewaltigen schwarzen Masse, die aufsteigt und den Zuschauer bzw. –hörer zu zermalmen droht. Mal werden die Bilder gespiegelt, mal digital so verändert, dass das Ursprungsmaterial gar nicht mehr zu erkennen ist.

Zum Soundtrack beigesteuert haben unter anderem die Master Musicians Of Bukkake, Burial Hex und Kawabata Makoto, bekannt durch seine Langzeitmitgliedschaft bei Acid Mothers Temple. Mit ihrer Musik erzählen sie fast mehr die Story des Films, als die Bilder es tun, diktieren sie fast mehr den Aufbau und den Schnitt des Streifens. Der ist nämlich nur grob in zwei Hälften unterteilt – eine in Farbe, die andere in Schwarzweiß gezeigt. Wobei letztere klar besser gelungen ist, da die farbigen Bilder doch stellenweise sehr nach aufgesetzter Psychedelia aussehen.

Die DVD sowie den Soundtrack gibt es direkt bei den Filmemachern selbst zu bestellen. Der Soundtrack ist obendrein nur als Triple Vinyl zu bekommen, und wird in einer schicken Box in stark limitierter Auflage (666 Kopien, ist doch klar!) geliefert.

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