Carlos CipaThe Monarch and the Viceroy

von Maximilian Römer · 11.07.2012
Carlos Cipa

Der Lyriker Johann Timotheus Hermes schrieb bereits vor einem guten Jahrhundert: “Sei mir gegrüßt mein schmeichelndes Klavier / Was keine Sprache richtig nennt, die Krankheit tief in mir, die mir mein Mund bekennt, die klag ich dir”. Und auch jetzt ist dieses Instrument durch seinen Klang wohl eines der wenigen akkustischen Instrumente, die es vermögen einen tiefen Ausdruck in sich zu tragen, ohne auf technische Errungenschaften angewiesen zu sein. Natürlich bedarf es auch einer talentierten Pianistin oder eines talentierten Pianisten um dies zum Ausdruck zu bringen. Und wenn nun also diese Person vor dem Instrument sitzt, dann braucht man nur noch ein aufmerksames Ohr und binnen Sekunden kann man sich in eine andere Welt tragen lassen und versteht die Sprache ohne Worte und ohne selbst ein Kenner von Noten und Instrument zu sein. Dies gelingt gewiss nicht vielen – Carlos Cipa schafft auf seinem Album »The Monarch and the Viceroy« aber genau diese Momente.



Die 12 Tracks des in München wohnenden Künstlers werden einzig und allein durch das Piano getragen und entfalten in ihrem Minimalismus eine Fülle, die »The Monarch and the Viceroy« zu keiner Sekunde eintönig und langweilig erklingen lässt. Man muss kein Kenner sein um zu hören, dass hier etwas Grandioses geschaffen wurde und erst Minuten nach dem Durchhören klingt die Gänsehaut langsam ab.



Der 22-jährige Komponist und Musiker begann das klassische Klavierspiel bereits im Alter von sechs Jahren und studierte seitdem unter renommierten Konzertpianisten, welche sein talent schon früh erkannten. Auch wenn sein Album sich an dem klassichen Klavierspiel orientiert werden durch die Länge der Songs und die Arrangements diese einem breiten Publikum zugänglich, ohne jedoch rein für dieses geschrieben worden zu sein. Berührungsängste brauch man an dieser Stelle also nicht haben. »The Monarch and the Viceroy« könnte ein aufwendig produzierter Filmsoundtrack sein, der große Hollywood-Bilder vertonen könnte, erschien aber via Denovali Records. Die perfekte Möglichkeit dem Klaverspiel näher zu kommen oder eben sich einfach von den melancholischen und detailverliebten Klängen wegtragen zu lassen.

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