Sunday? Its What You Make It! Festival
10.08.2008 · Erlangen | E-Werk
Im recht unberechenbaren Sommer 2008 wurde schon so manche Gartenparty von plötzlich einsetzenden, sintflutartigen Regenfällen zunichte gemacht. Dementsprechend nervös verfolgten offenbar die Macher des „Sunday? It´s What You Make It!“-Festivals in Erlangen den Wetterbericht, um schließlich am Donnerstag auf der E-Werk-Homepage erleichtert zu verkünden, am Sonntag werde mit Höchsttemperaturen um die 26 Grad bei einer Regenwahrscheinlichkeit von lediglich sechs Prozent zu rechnen sein.
Ausnahmsweise irrte der Wetterbericht nicht und am Sonntag blieb es in Erlangen trocken und bis zum späten Abend angenehm warm. Perfekte Voraussetzungen also für das Kleinstfestival im lauschigen Garten des E-Werks. Dem 20-jährigen Isländer Olafur Arnalds, der zurzeit mit Sigur Rós durch die Lande tourt, blieb es vorbehalten, den Nachmittag zu eröffnen. Eine etwas unglückliche Entscheidung, denn der verträumte, elegische Kammerpop von Arnalds und seinem Streicherquartett wirkte angesichts der frühen Stunde und der recht sommerlichen Temperaturen doch ein wenig deplaziert. So blieb höchstens eine leise Ahnung davon, wie wunderschön die Musik des Isländers im Winter in einem spärlich beleuchteten Club sein muss.
Wesentlich besser ging anschließend das Konzept von Why? auf. Die Band aus Oakland bewies eindrucksvoll, dass sie auch live auf demselben hohen Niveau agieren kann, welches ihre aktuelle Platte „Alopecia“ zu einer der bislang besten des Jahres 2008 gemacht hat. Die simple wie eigenwillige Formel Folk + HipHop + Verspieltheit + x setzten die drolligen Hipster-Brüder Yoni und Josiah Wolf und ihre beiden Mitmusiker Doug McDiarmid und Austin Brown dabei so mitreißend um, dass der Band die Herzen der Zuschauer scharenweise zuflogen. Zu Recht, denn Why? waren mit Abstand die originellste und beste Band des Tages.
Während sich das Publikum des „Sunday? It´s What You Make It“-Festivals über weite Strecken durch seine breit gefächerte Altersstruktur vom Kleinkind bis zum in Ehren Ergrauten auszeichnete, waren abends bei den Eight Legs zumindest die ersten fünf Reihen vor der Bühne fest in der Hand von halbwüchsigen Indie-Kids, die das gemütliche Gartenfest in eine Underage-Party verwandelten. Bei so viel Begeisterung hätte man fast vergessen können, dass die Eight Legs gar nicht einmal so gut waren. Der archetypische Indie-Rock der vier jungen Männer aus der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon war zwar stets energiegeladen und ordentlich druckvoll, aber dann am Ende doch ein wenig zu beliebig und langweilig.
Trotzdem: Schön wars. Auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr!
weitere infos zum künstler: www.myspace.com/sundayitswhatyoumakeit
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