Ja, Panik!
03.06.2008 · erlangen | e-werk

Ein paar mehr Leute hätten ruhig kommen können. Klar, das Wetter draußen ist schön und die Hitze, die unter dem Dach des E-Werks steht, ist beinahe unerträglich. Alles Ausreden! Schließlich „lassen sich Konzerte durch nichts ersetzen“, wie der Schweinfurter Singer/Songwriter Senore Matze Rossi, der den Abend eröffnet. Man merkt ihm, der seit längerer Zeit mal wieder alleine ohne seine Band auf der Bühne steht, die Aufgeregtheit deutlich an, hin und wieder verspielt er sich und einmal muss ihm sogar ein Zuschauer beim Text behilflich sein. Geschenkt! Wer so viel Herzblut und so viel Leidenschaft in seine Musik steckt wie der Herr Rossi, hat allerhöchste Anerkennung verdient. Mit dem großartigen „Dreh mich“ beendet er sein halbstündiges Set und überlässt der jungen Band Sputnik aus dem Oberland die Bühne.

Sputnik spielen ungestümen Indie-Pop mit ironischen Texten und leicht elektronischem Einschlag. Leider gehen die feineren Töne, die „Alles Absicht“, das Debütalbum der Band, so hörenswert machen, live ein wenig in Hall und zu großer Lautstärke unter, so dass das Talent des Quintetts nur ansatzweise zur Geltung kommt. Trotzdem darf der Auftritt der Jungs um den unterhaltsamen Sänger Ludwig Abraham, der sich während der Ansagen in feinstem Peter-Brugger-Dialekt fast um Kopf und Kragen plaudert, als gelungen bezeichnet werden.

Für das Highlight des Abends sorgen freilich die Wiener Senkrechtstarter von Ja, Panik! Was zuletzt auf dem großartigen Album „The Taste and the Money“ so gut funktionierte, zündet auch live. Die Band um den charmanten Frontmann Andreas Spechtl, der rein äußerlich an Ex-Suede-Sänger Brett Anderson erinnert, lässt Hit auf Hit folgen. Beeindruckend, wie viele großartige Songs Ja, Panik! Bereits jetzt, nach nur zwei Longplayern, bereits aus dem Ärmel schütteln können: Das mitreißende „Thomas sagt“, das augenzwinkernde „Roadmovie to…“, das rock´n´rollige „Like a Hurricane“, das steil nach vorne stürmende „Marathon“ und natürlich das grandiose „Wien, du bist ein Taschenmesser“.

Große Klasse!

weitere infos zum künstler: www.ja-panik.com

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