The Wombats29.03.2008 // köln – gebäude9
„The darkest place of town“, das ist das Gebäude 9 nicht so ganz, aber es liegt etwas abgelegen, sieht roh und dreckig aus, hier würden sich die Wombats wahrscheinlich treffen um zu Joy Division zu tanzen, glücklich zu sein, obwohl alles schief läuft. Heute Abend tanzen sie aber zu ihrer eigenen Musik und erzeugen mit dem ersten gespielten Ton genau die Stimmung, welche der Hit ihres Debutalbums „The Wombats Proudly Present..A Guide To Love, Loss and Desperation“ erzeugt.
Das Kölner Gebäue 9 ist seit Wochen ausverkauft, dementsprechend lang ist die Schlange an der Kasse und ebenso wenig verwundert die stickige Luft und der enge Raum, den man später zum Tanzen bekommt. Es war nicht möglich etwas über eine eventuelle Vorband herauszufinden und so macht sich Verwunderung breit, ob es eine gibt und wenn ja, eben wer. Gegen 21:20 Uhr betreten die drei Briten, die sich nach einem australischen Beutelsäuger benannten, die Bühne. Keine Vorband also. Nach dem ersten Gitarrenton, dem ersten Trommelschlag ist aber auch vollkommen klar warum auf einen Support verzichtet wurde: er ist schlichtweg nicht nötig! Die große Freude auf das Konzert und die folgende, pure Anwesenheit der Liverpooler verbreitet eine solche Euphorie, dass ihr Spielen ausreichend ist.
The Wombats würde man nun nicht unbedingt dem New Rave zuordnen, trotzdem werdend die Verstärker von neonfarbenden Klebestreifen geziert, australische Warnschilder mit jeweils einem Wombat darauf abgebildet sind auf der Bühne verteilt und natürlich gibt es auch einen Plüschwombat. Auf der Base des Schlagzeugs ist eine Karikatur der drei jungen Herren zu sehen. Sänger und Gitarrist Matthew Murphy sieht mit seinen wilden, lockigen Haaren und dem dünnen Mantel ziemlich heruntergekommen, ein bisschen verrückt aus. Dazu passend wirkt er auch des öfteren ziemlich verwirrt und braucht oft Hilfe bei der Handhabung seiner Gitarre, sie einzustellen usw. Das bessert sich zwar nach einigen Songs, fällt aber bis zu letzt immer wieder auf.
Sofort legen sie los, spielen einen Kracher nach dem anderen, die Menge tobt, pogt, springt und feiert eine Party alá „Let´s Dance to Joy Division“. Die Stimmung ist mehr als gut, sie scheint überzukochen und wird durch Zwischenrufen von Engländern und Möchtegern-Engländern unterstrichen. Die Musik treibt nach vorne und gibt kaum einen Moment zum Verschnaufen, jeder Song wird leidenschaftlich, teilweise aggressiv von der Menge mitgesungen. Schnell fliegen die Schweißtropfen, auf der Bühne wie im Publikum.
Wie könnte es anders sein, auch Stagediver bahnen sich bald ihren Weg auf die Bühne, um ein Bad in der Menge zu nehmen. Das wird aber von den Securities unterbunden, schließlich sind auch Teenies anwesend, die verletzt werden könnten.
Was ist das Besondere an diesem Konzert, muss man sich angesichts dieser ausgelassenen, überkochenden Stimmung fragen. So viel machen die Herren Engländer ja nicht auf der Bühne, Schlagzeuger Dan Haggis und Sänger Matthew erzählen kleine Anekdoten oder werfen sympathisch britische Kommentare ein, diese werden aber nicht mal von der Hälfte des Publikums verstanden, einzig Bassist Tord Øverland-Knudsen bleibt zwar eher schweigsam, wird aber dem Stereotyp des ruhigen Bassisten nicht gerecht, da er springt und tanzt. Es ist die Musik, die schon auf der Platte nach vorne treibt, einen mitsingen und alle Zurückhaltung verpuffen lässt. Das Album erzeugt alleine schon beim Hören aus der Musikanlage eine unglaubliche Energie und diese steigt live noch mal um einiges an.
Nach einer Stunde ist das große Fest allerdings schon wieder vorbei, es wird noch ein frisches, neues Stück gespielt, aber so viele Material hat die Band noch gar nicht, als dass sie sehr viel länger hätte spielen können.
Zurück bleibt eine Mischung aus Erschöpfung und Euphorie und der Wunsch bald wieder so einen Abend mit den Wombats zu verbringen.





















Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.