Editors
20.03.2008 · Erlangen | E-Werk

Normalerweise verirren sich Bands vom Kaliber der Editors nicht ins beschauliche Erlangen. Umso schöner, dass die Jungs aus Birmingham trotzdem den Weg ins Frankenland gefunden haben. Die Erlanger danken es ihnen mit einem beinahe aus allen Nähten platzenden E-Werk und werden für ihr Kommen mit dem wohl besten Konzert belohnt, das diese Stadt je gesehen hat.

Für das erste Ausrufezeichen des Abends sorgt zunächst die Mobius Band. Die drei Brooklyn-Hipster gefallen mit großflächigen Synthesizer-Arrangements, wummernden Bassläufen und allerhand elektronischen Spielereien. Das ist Musik auf der Höhe der Zeit und größtenteils schon sehr, sehr gut. Eine positive Überraschung, diese Band.

Weniger überraschend dagegen ist, dass die Editors den hohen Erwartungen des Publikums scheinbar mühelos gerecht werden und ein überragendes, knapp 90-minütiges Set hinlegen. Spätestens beim zweiten Song „An End Has A Start“ dürfte auch dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass er es gerade mit einer der besten Livebands unserer Zeit zu tun hat. Überhaupt entfalten die Editors erst auf der Bühne ihr gesamtes Potential, was zum Großteil der schier unglaublichen Präsenz der Band - allen voran natürlich Tom Smith - geschuldet ist. Von den gelegentlichen Längen, die sich auf den bisherigen beiden Alben „The Back Room“ und „An End Has A Start“ hin und wieder einschleichen, ist hier nichts zu spüren. Stattdessen jagt ein Höhepunkt den nächsten. Jeder Song zündet, darkwaviger Postpunk trifft auf großen, melodramatischen, fast sakralen Pop, tiefe Traurigkeit auf Mut machende Momente (in „The Weight of the World“ etwa heißt es „every little piece of your life / means something to someone“). Nur selten kommt Melancholie so schön und mitreißend verpackt daher wie bei den Editors.

Als Tom Smith, dessen Stimme einem immer wieder wohlige Schauer über den Rücken jagt, beim letzten Song der Zugabe, dem famosen „Smokers Outside the Hospital Doors“ von Scheinwerfern angestrahlt hoch über der Bühne schwebt, wirkt er beinahe wie ein Messias. Zumindest an diesem Abend ist er das auch.

weitere infos zum künstler: www.editorsofficial.com

Kommentare

 

Oh ja..
tolle vorband und das beste jemals erlebte e-werk konzert!!!

 
blumenmaedchen · 22.03.2008

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