oh no! oh my!13.02.2008 // hamburg – hafenklang
es gibt konzerte, vor denen man nervös ist, das ticket schon ein halbes jahr vorher kauft und es behutsam und gut sichtbar an die pinnwand heftet und ihr damit eine altarähnliche bedeutung verleiht. während weihnachten mit dem alter an magie und mystik verliert, bekommen solche konzerte eine nicht zu unterschätzende macht. denn hohe erwartungen lassen viel platz nach unten für enttäuschung.
nicht so in diesem fall. oh no! oh my!, erst einen tag zuvor via good old myspace entdeckt und für absolut sehenswert befunden, war die gefahr eines emotionalen absturzes nur in geringem maße gegeben.
pünktlich zum ersten akkord von nice new outfit schlug ich im hafanklang auf. mit 50 besuchern waren die reihen zwar noch licht, der applaus lies aber zunächst keine wünsche offen. die drei outfits gaben sich ihrer eigenen darbietung voll hin und schafften es mit ihrem fast ausschließlich instrumentalen electro-prog-rock die köpfe zum wippen zu bringen. super drums, amtlicher bass und wahnsinnig viel gitarren für nur einen gitarristen waren zu hören. hin und wieder hatte man das gefühl er sei mit der melodisch tragenenden rolle, den delayeffekten und den gitarren loops ein wenig überfordert, was den hörgenuss aber nur zeitweilig etwas senkte. nach 40 min war schluss. es lehrte sich um dann um so voller zu werden.
oh no! oh my! hatten mindestens doppelt so viele ohrenpaare vor sich und starteten mit einem song den ich mir vorher schon als kleinen hit im kopf markiert hatte: „i love you all the time“. einen besseren opener hätten sie kaum wählen können, denn bestehend aus zwei parts markierte er sofort das spannungsfeld in dem sich oh no! oh my! bewegen. folkige gitarren songs mit singalong charakter und mal aufdringliche mal schüchtern eingestreute, elektronisch anmutende, dancige parts. und niemals ohne pop.
„lisa make love“ oder „walk in the park“ waren an diesem abend vertreter der ersten kategorie. hat ein james mercer seine lässigkeit vor allem in den melodien und weniger in seinem habitus, sind sänger greg barkley und seine mannen auf der bühne so unprätentiös und entspannt, wie ihre songs im positiven sinne unprätentiös und mitreißend sind. drummer joel calvin schien leicht alkoholisiert, gitarrist/keyborder/bassist zur rechten wirkte wie eine mischung aus jack black in ‚highfidelity’ und phillip seymor hoffman in ‚almost famous’: aufgedreht und von sich selbst mitgerissen.
die tatsache, dass man fast keinem der vier nur ein instrument zuordnen konnte, überbrückte dann auch mal schwächere momente. der bass wurde von einem ende der bühne zur anderen weiter gereicht und traf sich unterwegs mit der akustikklampfe, der drummer spielte rauchend den synthy als er gerade beim bier holen daran vorbei kam, phillip seymor black war voll drin und der sänger? der sang, als wäre er gerade zufällig vorbei gekommen und hätte seine alten freunde getroffen.
Alles schien leichtfüßig und unbeschwert. Sie wollten nicht beeindrucken, einfach nur spielen.
nach ihrem 2006 erschienenen debut „oh no! oh my!“ ist die „between the devil and the sea“ ep die aktuellste veröffentlichung. diese war für mich an diesem abend auch der grund mal nach einem konzert nervös und aufgeregt zu sein. es war die vorfreude genau diesen tonträger zu hause in ruhe verschlingen zu können.





















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