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björn kleinhenz, cedarwell, winter took his life31.01.2008 // hamburg – hasenschaukel

es regnete mal wieder in hamburg, und zwar auf diese nieselige art, die einen nicht zwingt sich einen trockenen unterstand zu suchen, die nässe aber schleichend und unaufhaltsam in jeden winkel der kleidung treibt. die fehlenden schutzbleche taten ihr übriges auf dem weg durch st.paulis straßen und pfützen, vorbei an den weiblichen akteuren des uralten gewerbes, dem molotow, den kinos mit speziellem angebot und der guten alten esso tanke bis zur hasenschaukel. seine beschlagenen scheiben und die vielen wartenden fahrräder davor ließen einiges über die besucherzahl vermuten, und das kleine lokal wirkte wie die rettungsinsel für musikdurstige nieselregenopfer.

von denen gab es an diesem abend viele. denn björn kleinhenz war nicht das erste mal in deutschland unterwegs und hat sich in den letzten jahren ein publikum und einen ihm vorauseilenden ruf erspielt. auf dieser tour waren also drei songwriter auf einer bühne zu sehen. hinter dem namen winter took his life steht susanne barndin aus göteborg, die zusammen mit björn bereits eine art splitalbum veröffentlichte und auch auf seinem kommenden album stimmlich vertreten sein wird. cerdarwell hingegen ist den weiten weg aus dem staate wisconsin (usa) angetreten.

die trockene hasenschaukel betreten, stand man auch schon fast auf der bühne. nach einigen „entschuldigung? dürfte ich mal kurz“ war man an der bar angelangt, um sich auf ein konzert besonderer art einzustimmen.

den anfang machte die kränkelnde susanne mit einem ersten song, der ihre gesundheitliche verfassung widerzuspiegeln schien. mit zerbrechlicher stimme und minimalistischer gitarrenfigur bäumte sich der song mit letzter kraft auf, um eine melodie sanft in den ohren des absolut stummen publikums abzulegen. ohne große worte wurde die gitarre an cedarwell weitergegeben, um ihn am xylophon und melodika zu begleiten. mit björn kleinhenz an einem miniaturschlagzeug gab cedarwell songs mit einem schon typischen amerkanischen sound zum besten. einige in basslauf und gesang, country pur, andere mit ruhiger flächiger e-gitarre in moll, eher amerikana. mit seinem charisma, und einer ausstrahlung wie sie vielen amerikanischen künstlern zu eigen ist, brachte er die bis oben gefüllte hasenschaukel noch mehr in zuhörlaune, als sie es eh schon war. man hatte das gefühl einer kleinen verschwörergruppe anzugehören, die sich, dem wetter trotzend, um ein warmes songfeuer versammelt hatte. draußen sah man immer wieder passanten, die sich die nasen am beschlagenen schaufenster platt drückten. drinnen brachte björn kleinhenz mit seinen hymnenhaften nummern das melancholiefass zum überlaufen. alle sangen mit wo es ging, oder blieben wieder einmal stumm weil es nicht anders ging. eine zermürbende stimme die tief geht und einen mit nach oben mitzieht!

vor allem das konzept von drei eigenständigen songwritern, die sich eine bühne teilen und sich gegenseitig an verschiedensten instrumenten begleiteten, machte den abend abwechselungsreich und zwang jeden die ohren offen zu halten. der zusammenhalt und der spaß der drei auf der bühne verbreitete sich nach dem schneeballprinzip bis in die letzte ecke des raumes aus. da war etwas in der luft. am ende waren alle zufrieden, denn man hatte sich gemeinsam erfolgreich gewehrt, gegen wind und wetter, gegen pfützen und nieselregen. und doch musste jeder irgendwann den heimweg antreten. vorbei an der esso tanke, den kinos, ….

31.01.2008 // flos
 

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